Kaum größer als ein Kühlschrank ist das Mikrokraftwerk, das Enver Karahan von der gleichnamigen Haustechnik-Firma in Brötzingen installiert hat. Foto: Ketterl
Wirtschaft
Haus in Brötzingen wird von innovativer Energiequelle versorgt
  • Lothar H. Neff

Pforzheim. Brennstoffzellen könnten eine Lösung für die Energieprobleme der Zukunft sein. Unter den deutschen Autobauern bietet bislang jedoch nur Daimler ein Brennstoffzellen-Fahrzeug an. Einen Stadtgeländewagen mit Wasserstoff-Antrieb hat der Stuttgarter Konzern auf den Markt gebracht. Vorreiter bei der Brennstoffzellen-Technologie sind ausländische Hersteller wie Toyota, Honda oder Hyundai.

Auch Hausbesitzer können von der umweltfreundlichen Technologie profitieren. „Brennstoffzellen-Heizungen werden einfach ans vorhandene Erdgasnetz angeschlossen und erzeugen dann per Brennstoffzelle Strom und Wärme“, erläutert Enver Karahan im Gespräch mit der PZ. Der Pforzheimer Haustechnik-Unternehmer hat gerade in der Alten Apotheke in Brötzingen – einem Mehrfamilienhaus – das erste regionale Mikrokraftwerk „BlueGen“ von Solidpower installiert. So lassen sich durch den hohen Gesamtwirkungsgrad Heiz- und Stromkosten einsparen und CO2-Emissionen um bis zu 50 Prozent reduzieren. Die Anlage produziere bis zu 13000 Kilowattstunden Strom und unterstütze Heizung und Warmwassererzeugung. „Hausbesitzer profiteren dabei von einer hohen staatlichen Förderung“, erläutert der 42-jährige Heizungstechniker. Jährlich würden zudem über 2000 Euro an Energiekosten eingespart. „Die Investition macht sich unter dem Strich schon nach acht bis neun Jahren bezahlt.“

Als dezentraler Stromerzeuger leisten Brennstoffzellen-Heizungen überdies einen wichtigen Beitrag zur Entlastung der Stromnetze und können zudem zu einem virtuellen Kraftwerk zusammengeschlossen werden. Einsatzmöglichkeiten liegen im häuslichen und industriellen Bereich.

Die Anlage laufe vollautomatisch und werde fernüberwacht. Sie sei mit nahezu allen bestehenden Heizsystemen kombinierbar. Im Unterschied zu anderen Energieumwandlungssystemen werde in dem Mikrokraftwerk kein fossiler Treibstoff verbrannt, sondern das Erdgas mittels einer elektrochemischen Reaktion oxidiert und in Wasserstoff umgewandelt, erklärt Karahan, der seit 2013 selbstständig ist.