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In den Startlöchern zur Betriebsratswahl: Dieter Kiesling (Mahle-Behr), Rolf Nutzenberger (IG Metall), Cornelia Ast (Witzenmann), Dieter Marincek (Doduco) und Reiner Schottmüller (Sonotronic Nagel) – vorne von links – sowie Liane Papaioannou (IG Metall), Martin Kolb (WISI), Wilhelm Kaiser (Rehm), Arno Rastetter (IG Metall) und Mario Bohl (Sonotronic Nagel) – hinten von links. Foto: Ketterl
In den Startlöchern zur Betriebsratswahl: Dieter Kiesling (Mahle-Behr), Rolf Nutzenberger (IG Metall), Cornelia Ast (Witzenmann), Dieter Marincek (Doduco) und Reiner Schottmüller (Sonotronic Nagel) – vorne von links – sowie Liane Papaioannou (IG Metall), Martin Kolb (WISI), Wilhelm Kaiser (Rehm), Arno Rastetter (IG Metall) und Mario Bohl (Sonotronic Nagel) – hinten von links. Foto: Ketterl
02.03.2018

IG Metall freut sich über wachsende Zahl von Betriebsräten in den Firmen

Pforzheim. Eine der größten Herausforderungen für die neuen Betriebsräte wird die Begleitung des digitalen Transformationsprozesses sein. Darin sind sich die erste Bevollmächtigte der IG Metall Pforzheim, Liane Papaioannou, und Gewerkschaftssekretär Arno Rastetter einig. Wichtig dabei sei, dass die Arbeitnehmervertreter mit dem Thema entsprechend vertraut seien und auf Augenhöhe mit den Geschäftsleitungen der Unternehmen verhandeln könnten.

Nein, die Gewerkschafter seien keine Gegner des digitalen Wandels in den Unternehmen. Im Gegenteil, macht Rastetter deutlich: „In jenen Betrieben, in denen der Transformationsprozess erfolgreich vorangetrieben wurde, ist das Management viel besser in der Lage, bei unseren Forderungen mitzugehen.“ Bedauerlicherweise gebe es in Pforzheim noch einige Firmen, die von Wirtschaft 4.0 und Arbeitswelt 4.0 noch sehr weit entfernt seien.

„Der Betriebsrat hat eine hohe Verantwortung“, sagt Liane Papaioannou. Neben der Mitbestimmung der Arbeitnehmervertretung bei Digitalisierung und E-Mobilität (viele IG-Metall-Mitglieder sind bei Autozuliefer-Betrieben beschäftigt) gehe es auch um Themen wie Arbeits- und Gesundheitsschutz, Sicherung der Arbeitsplätze, Gestaltung der Arbeitszeit und Qualifizierung der Beschäftigten – um nur einiges zu nennen.

Im Zuständigkeitsbereich der IG Metall Pforzheim gibt es aktuell in 76 erfassten Unternehmen jeweils einen Betriebsrat. In der Wahlperiode 2018 soll die Anzahl der Gremien weiter steigen, so das Ziel der Pforzheimer Gewerkschafter. Auch bundesweit sei die Zahl der Betriebsratsgremien seit 2014 wieder steigend. Damals wählten Arbeitnehmer erstmals eine Vertretung in folgenden Betrieben: Admedes, Conttek (beide Pforzheim), Exclusive Hauben Gutmann (Mühlacker), Sonotronic Nagel (Karlsbad), Applied, Hahn Automobil Audi (jeweils Pforzheim) sowie ATU (Mühlacker) und Laco (Pforzheim).

Neu in diesem Jahr wird unter anderem in den Pforzheimer Unternehmen Euroavionics und Single Distribution GmbH eine Arbeitnehmervertretung gewählt.

Beschäftigte, die einen Betriebsrat wählen wollen, können sich laut Liane Papaioannou bei der IG Metall informieren. In Betrieben, die bisher keine Arbeitnehmervertretung haben, ist demnach ein Einstieg jederzeit möglich, auch in den kommenden Jahren. Wenn beispielsweise erst 2019 erstmals ein Betriebsratsgremium gewählt werde, verkürzt sich entsprechend die Amtszeit von der regulären Dauer bis 2022.

In Unternehmen, in denen Betriebsräte bereits vorhanden sind, ist die Wahl zwischen dem 1. März und 31. Mai 2018 erforderlich. Sie sind auf vier Jahre gewählt.

Die Erfahrung von Arno Rastetter ist: Wenn es noch nie einen Betriebsrat gegeben hat, „dann hat die Geschäftsleitung höchste Befürchtungen“. Wo die Arbeitnehmervertretung traditionell vorhanden sei, dort gebe es in der Regel ein kooperatives Zusammenarbeiten zum Wohle des Unternehmens und der Beschäftigten.

Beispiel: Bei der Firma Witzenmann als großer Arbeitgeber in der Stadt gebe es seit den 50er Jahren Betriebsräte. Sie werden demnächst gemeinsam mit der Geschäftsleitung und der Arbeitsagentur eine Qualifizierungsinitiative für Arbeitnehmer starten – um nur eine von vielen Initiativen in dem Unternehmen zu nennen.