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Symbolbild dpa 

Inovan plant in Birkenfeld massiven Personalabbau

Birkenfeld. Keine guten Nachrichten aus dem Brötzinger Tal: Im Hinblick auf die aktuelle Marktentwicklung wurde seitens des Inovan-Managements ein Vier-Jahres-Plan zur Zukunftssicherung des Unternehmens erstellt.

Dieser wurde der Birkenfelder Belegschaft im Rahmen einer Betriebsversammlung am Mittwoch präsentiert. Mit den definierten Maßnahmen solle die Zukunft von Inovan langfristig gesichert und künftige Konsequenzen aus Marktschwankungen besser kompensiert werden, heißt es dazu in einer Pressemitteilung. In den nächsten vier Jahren sollen demnach über 200 Arbeitsplätze am Standort Birkenfeld wegfallen und vorwiegend an den bestehenden tschechischen Standort in Zliv verlagert werden.

Es wird Verhandlungen geben

Betriebsrat und IG Metall Pforzheim wurden über diese Pläne ebenfalls erst in der vergangenen Woche informiert. „Ein Horrorszenario“, erklärte am Freitag Liane Papaioannou, erste Bevollmächtigte der IG Metall. „Wir werden um jeden Arbeitsplatz kämpfen und wollen erst mal konkrete Zahlen zur wirtschaftlichen Entwicklung sehen.“ Zumal Inovan zukunftsfähig aufgestellt sei. „Das gilt gerade für Produkte für die E-Mobilität.“ Das Inovan-Werk in Stollberg mit 107 Mitarbeitern solle geschlossen werden, sagt Papaioannou. Das derzeitige Krisengerede in der Automobilbranche werde vom Management für profitmaximierende Überlegungen missbraucht. Die verlängerte Werkbank in Tschechien werde als Druckmittel ins Feld geführt. Das sieht die Geschäftsleitung anders: „Durch diese Maßnahme wird gleichzeitig ein wichtiges, strategisches Ziel von Inovan verfolgt: Am deutschen Standort soll der Fokus auf komplexe und innovative Technologien gerichtet werden. Dies wird durch die Teilverlagerung ermöglicht, da entsprechende Kapazitäten innerhalb der vorhandenen Produktionsflächen geschaffen werden“, heißt es in der Pressemitteilung. „Aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Lage sieht sich Inovan gezwungen, Einsparmaßnahmen zu verfolgen, Effizienzsteigerungen auch im Hinblick auf die fortschreitende Digitalisierung zu erzielen sowie den Verkauf von Unternehmenssparten in Erwägung zu ziehen.“ Es werde Verhandlungen mit Betriebsrat und der IG Metall geben.

Lothar Neff

Lothar Neff

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