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Die althergebrachte Überweisung bekommt schnelle Konkurrenz. Foto: Gambarini
Die althergebrachte Überweisung bekommt schnelle Konkurrenz. Foto: Gambarini
11.07.2018

Instant Payment bieten jetzt auch Sparkassen an - Volksbanken ziehen nach

Frankfurt/Pforzheim. Zeit ist Geld. Seit November sind in Europa Überweisungen von Konto zu Konto binnen Sekunden technisch möglich. Bislang bot in Deutschland aber nur die HypoVereinsbank (HVB) solche Echtzeitüberweisungen, sogenannte Instant Payments, an. Gestern folgten nun auch die Sparkassen.

Was heißt „Echtzeit“?

Bislang ist es in der Bankenbranche üblich, Überweisungen zu sammeln und dann stapelweise abzuarbeiten. Auch Aufträge, die Kunden online einstellen, werden in der Regel erst mit Zeitverzug ausgeführt. Bei Instant Payments versprechen die Anbieter, dass das Geld binnen zehn Sekunden von einem Konto auf das andere Konto übertragen wird. Die Bundesbank stellt klar: „Zahlungsdienstleister, die Instant-Überweisungen anbieten, müssen rund um die Uhr an allen Tagen des Jahres für die Abwicklung dieser Zahlungen erreichbar sein.“

Seit wann gibt es Instant Payments?

In Europa sind seit dem 21. November 2017 die „SCT Inst“ genannten schnellen Überweisungen möglich. Noch am selben Tag testete die zum italienischen Unicredit-Konzern gehörende HVB das System. „Als wir unsere erste Transaktion von Deutschland nach Italien in 2,5 Sekunden abgewickelt haben, waren wir schon stolz“, erinnert sich Gerhard Bystricky, der bei der HVB führend für die Produktentwicklung im Zahlungsverkehr zuständig ist.

Was haben Kunden von Echtzeitzahlungen?

„Einen echten Mehrwert“ sieht Hans Neuweiler, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Pforzheim Calw, darin. Konkrete Vorzüge erklärt Ernst Stahl von der Universität Regensburg, der wiederholt zu dem Thema geforscht hat: „Der große Vorteil bei Instant Payments ist: Anders als bei einer Papierüberweisung oder einer herkömmlichen Online-Überweisung weiß man direkt, ob das Geld angekommen ist. Denn die empfangende Bank muss eine Bestätigung ausstellen.“ Wer zum Beispiel sein altes Auto privat verkauft, muss bisher zumindest das Risiko einkalkulieren, dass der Käufer nicht zahlt. Auch wer online shoppt, hat Vorteile: Je schneller der Händler das Geld hat, umso schneller wird die Ware verschickt. Experte Stahl sieht zudem großes Potenzial für Firmen: Ein Spediteur kann bei der Warenübergabe erst Bezahlung fordern, ehe der Lastwagen entladen wird. Allerdings gilt bislang eine Obergrenze von 15 000 Euro für Instant-Payment-Zahlungen.

Welche deutschen Banken machen noch mit?

In Deutschland war die HVB lange alleine auf weiter Flur, denn die Teilnahme an dem Verfahren ist für Banken freiwillig. Somit waren die Nutzungsmöglichkeiten von Instant Payments eingeschränkt: Denn Echtzeitzahlungen funktionieren nur, wenn auch die Bank des Empfängers diese anbietet. Seit gestern können nun auch die rund 50 Millionen Kunden der 385 Sparkassen in Deutschland den neuen Service nutzen. Die Volks- und Raiffeisenbanken wollen die technischen Voraussetzungen bis Ende November schaffen, 2019 soll es dann für deren Kunden losgehen.

Kostet der neue Service etwas? Und wie funktioniert er?

Das hängt vom Kontomodell ab. Manche Sparkasse veranschlagt 50 Cent je Transaktion. Laut Sparkasse Pforzheim Calw bezahlen deren Kunden für den neuen Service nicht mehr als bisher für die klassische Sepa-Überweisung innerhalb des jeweiligen Girokontomodells. Die Kunden setzen bei ihrem Überweisungs-Auftrag im Online-Banking übrigens lediglich ein Häkchen im Feld „Echtzeit-Überweisung“.