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Am Stammsitz in Mühlacker-Lomersheim sind 400 Mitarbeiter für elumatec tätig. PZ-Archiv
Am Stammsitz in Mühlacker-Lomersheim sind 400 Mitarbeiter für elumatec tätig. PZ-Archiv
Handelseinig (von links): elumatec-Vorstand Arash Esbati, Insolvenzverwalter Tobias Hoefer, Emmegi-Finanzvorstand Paolo Bianchi, Vorstandschefin Britta Hübner sowie Vorstand Ralf Haspel.  Fotomoment
Handelseinig (von links): elumatec-Vorstand Arash Esbati, Insolvenzverwalter Tobias Hoefer, Emmegi-Finanzvorstand Paolo Bianchi, Vorstandschefin Britta Hübner sowie Vorstand Ralf Haspel. Fotomoment
15.01.2016

Maschinenbauer elumatec wird italienisch

Was sich überraschend anhört, ist das Ende einer langen Investorensuche: Der schwäbische Maschinenbauer elumatec, gegründet 1928 in Lomersheim, kommt unter das Dach der italienischen Cifin-Holding aus Modena. „Damit eröffnen sich für den international führenden Hersteller von Maschinen für die Bearbeitung von Aluminium-, Kunststoff- und Stahlprofilen neue Entwicklungsper-spektiven“, versichert elumatec-Vorstandsvorsitzende Britta Hübner im Gespräch mit der PZ.

Mehrere Jahre hat die Sanierungsexpertin mit ihren Kollegen an dieser Lösung für elumatec gearbeitet. Ein Insolvenzverfahren und die Neugründung der elumatec AG gehörten zu diesem langfristigen Konzept. 700 Arbeitsplätze, davon 400 in Lomersheim, wurden dadurch gesichert. „Die elumatec-Grupep war fast wie ein zweites Baby für mich“, sagt Hübner rückblickend. „Da steckt viel Herzblut drin.“ Unter 40 potenziellen Investoren habe man in den vergangenen Monaten den besten ausgewählt und damit das ungewöhnliche Sanierungskonzept umgesetzt, versichert sie. „Gleichzeitig wird für die Gläubiger ein weitaus besseres Ergebnis möglich, als dies zu Beginn des Insolvenzverfahrens vor zweieinhalb Jahren realistisch erschien“, ergänzt Aufsichtsratsvorsitzender Tobias Hoefer, seines Zeichens Insolvenzverwalter der früheren elumatec GmbH, die im Juli 2013 Insolvenz anmelden musste. Vieles wurde seither verbessert. Mit dem Neustart der elumatec AG hatten Kunden, Lieferanten und Mitarbeiter wieder einen verlässlichen Partner. Zusammen mit der italienischen Emmegi-Gruppe wird elumatec das neue Branchenschwergewicht, betont Hoefer. Zusammen bringen es die beiden Maschinenbau-Unternehmen auf einen weltweiten Umsatz von rund 225 Millionen Euro. Der Zusammenschluss wurde gestern den Lomersheimer Mitarbeitern präsentiert. Die Resonanz sei positiv gewesen, so Hübner. „Einige haben gefragt, ob sie künftig Italienisch sprechen müssen.“ Bei elumatec werde aber weiterhin Schwäbisch gesprochen, versichert die Managerin. Auch Finanzchef Paolo Bianchi vom neuen italienischen Eigentümer betonte die Stärke beider Unternehmen am Markt. Man werde als Weltmarktführer künftig eine Zwei-Marken-Strategie verfolgen, wobei es viele Möglichkeiten der technischen Zusammenarbeit gebe. Die Eigenständigkeit von elumatec soll erhalten bleiben. Deshalb sieht auch Rolf Nutzenberger von der IG Metall Pforzheim in dem Kauf durch Cifin „eine gute Chance für elumatec“.

Die Cifin-Holding wurde 1972 von Giuseppe Caiumi gegründet. Neben der Unternehmenszentrale in Soliera (Provinz Modena) gehören dazu die Emmegi-Produktionswerke in Piacenza, Reggio Emilia, und Suzhou (China) mit über 500 Mitarbeitern und einem Umsatz von 105 Millionen Euro.