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Stehen gerne im Rampenlicht: Carsten Maschmeyer und seine Ehefrau, die Schauspielerin Veronica Ferres. Foto: dpa-Archiv
Stehen gerne im Rampenlicht: Carsten Maschmeyer und seine Ehefrau, die Schauspielerin Veronica Ferres. Foto: dpa-Archiv
08.05.2019

Milliardär, Investor, Gründercoach: Carsten Maschmeyer wird 60

Hannover. Die „Höhle der Löwen“ muss erst mal warten: Am Mittwoch feiert der Unternehmer, Investor und Start-up-Coach Carsten Maschmeyer mit seiner Frau Veronica Ferres seinen 60. Geburtstag. Der Selfmade-Milliardär ist vielen durch seine Juroren-Rolle in der gleichnamigen Vox-Show bekannt, in der Menschen mit Geschäftsideen um Investoren werben.

Dabei hätte er das finanziell eigentlich gar nicht nötig. Denn sein Name steht für viel Geld – und auch Prominenz und Öffentlichkeit. Die macht ihn mitunter auch zur Zielscheibe von Spott und Häme. „So wie ich für Gründer Unterstützer bin, bin ich für Kapitalismusgegner nun mal eine Projektionsfläche“, sagte Maschmeyer kurz vor seinem runden Jubiläum.

Seinen Hang zum Luxus verbarg der aus armen Verhältnissen stammende Maschmeyer früher ebenso selten wie seine Suche nach Anerkennung und Scheinwerferlicht.

Als damals noch schnauzbärtiger Finanzunternehmer kokettierte er mit den Zeichen seines Reichtums. Nun – ohne Schnäuzer – setzt er auf ein anderes Image. Als eher hemdsärmelig daherkommender Selfmademan und Unternehmer, TV-Investor, Gründercoach und Mentor – wie er sich selbst auf Twitter definiert – sah er sich schon vor dem Umzug von Hannover nach München als Förderer junger Firmengründer. Eine strategische Entscheidung für Hannover habe er nie getroffen, sagt er – das war dem Studium geschuldet. Das Kapitel war mit dem Verkauf seiner Firma vor zwölf Jahren beendet, sagt der in Hildesheim aufgewachsene gebürtige Bremer. Den München-Umzug vor zwei Jahren verdankt er seiner Frau: „Sie können einer Schauspielerin doch nicht sagen: ‚Zieh’ nach Hannover.‘ Mit welchem Produzenten oder Regisseur soll denn meine Frau mittags essen gehen in Hannover?“ Zudem habe er dort lernen müssen, Freundschaften zu genießen, ohne sie öffentlich zu zelebrieren.

Auf Fotos aus der niedersächsischen Landeshauptstadt war er häufiger zusammen mit dem ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder und dem damaligen Bundespräsidenten Christian Wulff zu sehen.

Ein Vermögen gemacht

Einst nach der Schule hatte sich Maschmeyer zunächst als Medizinstudent versucht, doch das Studium füllte ihn nicht aus. Zunächst war er nebenberuflicher Finanzberater, stieg zum Landesdirektor auf, baute dann die bei Verbraucherschützern nicht unumstrittene Finanzvertriebsgesellschaft Allgemeiner Wirtschaftsdienst (AWD) auf.

Sein größter Erfolg in der Rückschau? „Ich bin überzeugt, dass es die Erfindung der unabhängigen Finanzberatung war. Und mein größter Misserfolg war, dass ich im Jahr 2000 diese Form nicht rechtzeitig digitalisiert habe.“ Der Verkauf des von Versicherungen und Banken unabhängigen Finanzdienstleisters an Swiss Life legte ein solides Fundament für sein Vermögen. Heute bedauert der Geschäftsmann, dass er die Fonds anderer vertrieben hatte, statt selbst welche zu fairen Bedingungen aufzulegen.

Als prägende Erfahrung und „Neujustierung“ sieht er die einstige Aufnahme zweier syrischer Flüchtlingsfamilien in seinem Haus – zu einer habe er noch „herzlichen Kontakt“: „Das war eine sehr wichtige Erfahrung, die ich nicht missen möchte.“ Es habe ihm klargemacht: „Welche Oberflächlichkeiten nehmen wir manchmal zu wichtig, wenn doch eigentlich Frieden, Gesundheit und Familie das Wichtigste ist.“

In seinen Geburtstag wollte er mit seiner Frau in einem italienischen Restaurant reinfeiern. So richtig hoch hergehen soll es aber Mitte Juni: „Es gibt dann ein Familienfest mit Freunden. Wir fassen alle Geburtstage zusammen: der jüngere Sohn ist 25, die ältere Tochter wird 18, der ältere Sohn wird 30 – und Veronica und ich sind zehn Jahre zusammen.“