„Mit einem blauen Auge“ davongekommen - so sieht der Geschäftsführer des Verbands der Deutschen Möbelindustrie (VDM), Jan Kurth, die Situation bei deutschen Möbel- und Küchenherstellern. Symbolbild: dpa
Wirtschaft
Möbelindustrie erwartet Zehntel weniger Umsatz aufgrund der Corona-Pandemie
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Bad Honnef. Aufgrund der Corona-Pandemie korrigieren die deutschen Möbel- und Küchenhersteller in diesem Jahr ihre Prognosen um zehn Prozent nach unten. „In normalen Zeiten wäre das eine Vollkatastrophe“, sagte der Geschäftsführer des Verbands der Deutschen Möbelindustrie (VDM), Jan Kurth, am Montag in Bad Honnef. Im Vergleich zu früheren Prognosen sei man jedoch bislang „mit einem blauen Auge“ davongekommen.

Im vergangenen Jahr hatte die Branche knapp 18 Milliarden Euro erwirtschaftet. „Die Umsatzeinbußen sind bislang beherrschbarer und geringer als zu Beginn der Krise befürchtet“, so Kurth. Noch im April hätten viele Hersteller damit gerechnet, dass um die 20 Prozent ihrer normalen Umsätze in diesem Jahr ausfallen könnten. Im Moment sehe es so aus, als könne eine große Welle an Entlassungen und Insolvenzen vermieden werden, sagte Kurth. Im April hätten rund 80 Prozent der Hersteller in Deutschland Kurzarbeit angemeldet, im Mai und Juni sei das wieder abgeflacht.

Nach Ende des Lockdowns sei die Nachfrage der Kunden erfreulich hoch gewesen. Nordrhein-Westfalen hatte als erstes Bundesland relativ früh die Möbelhäuser wieder geöffnet – eine Blaupause für andere Länder. „Die schnelle Öffnung im wichtigsten Bundesland hat uns wieder etwas Wind unter den Flügeln gegeben“, sagte Kurth. Man habe zeigen können, dass Einkaufen in großen Häusern auch in Zeiten der Pandemie möglich sei.