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WSP-Chef Oliver Reitz fühlt sich am Steuer eines Helikopter-Simulators sichtlich wohl. Daneben Wirtschaftsförderer Reiner Müller (von links), EuroAvionics-Betriebsleiter Michael Gröninger, OB Peter Boch und Hochschulrektor Ulrich Jautz (rechts). Foto: Meyer
WSP-Chef Oliver Reitz fühlt sich am Steuer eines Helikopter-Simulators sichtlich wohl. Daneben Wirtschaftsförderer Reiner Müller (von links), EuroAvionics-Betriebsleiter Michael Gröninger, OB Peter Boch und Hochschulrektor Ulrich Jautz (rechts). Foto: Meyer
22.11.2017

Navis für Polizeihubschrauber

Pforzheim. Die Firma EuroAvionics darf getrost als Goldstück bezeichnet werden. Seit 2010 in der Goldstadt ansässig, beschäftigen sich die 100 Mitarbeiter allerdings nicht mit wertvollen Edelmetallen. Doch der Unternehmenswert kann durchaus mit Gold und Silber aufgewogen werden. Seit vergangenem Sommer gehört EuroAvionics zur Hensoldt-Gruppe (vormals Airbus Defense and Space).

Der Name geht zurück auf den 1821 geborenen Moritz Carl Hensoldt, einen deutschen Pionier im Bereich der Optik und Feinmechanik. Unter dem Markennamen Hensoldt wurden auch Zielfernrohre hergestellt. Und ganz zielgerichtet hat sich Hensoldt im Rahmen einer zivilen Strategie für den Kauf von EuroAvionics entschieden. Das Pforzheimer Unternehmen entwickelt Navigationssysteme für Luftfahrzeuge, die auch in Polizei-Hubschraubern zum Einsatz kommen. In der Schweizer Tochterfirma werden Informationssysteme für Drohnen hergestellt.

Unter dem Dach von Hensoldt will EuroAvionics kräftig wachsen, wie Sven Bogner, geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens, betont. Der Umsatz von aktuell 20 Millionen Euro soll sich in wenigen Jahren verdoppeln. Der Firmenchef kann sich durchaus vorstellen, dass der Name Hensoldt dann in großen Lettern in einem neuen Gebäude an einer der Pforzheimer Autobahnausfahrten leuchten wird. Bogner, der aus dem Enzkreis stammt, ist bei allem wirtschaftlichen Erfolg bodenständig geblieben. „Wir wollen in Pforzheim bleiben.“ Auch die Ankündigung von Oberbürgermeister Peter Boch, der die Hightech-Firma auf der Wilferdinger Höhe besuchte, dürfte den Unternehmer freuen: „Ich will die Gewerbesteuer senken.“

Das hatte Boch schon im OB-Wahlkampf versprochen. Neben zusätzlichen Ansiedlungs- und Erweiterungsflächen für expandierende Unternehmen sei dies eine zentrale Aufgabe. Es gelte jetzt trotz aller Sparzwänge bei der Haushaltskonsolidierung eine Mehrheit im Gemeinderat dafür zu finden.

„Wir haben jede Menge neue Projekte in der Pipeline“, versicherte Bogner. Das Hauptproblem sei indes der Fachkräftemangel. Mit einer Ausbildungsquote von 20 Prozent geht EuroAvionics selbst dagegen vor. Duales Studium und duale Ausbildung seien enorm wichtig, um gute Kräfte frühzeitig an das Unternehmen zu binden. Leider sei der Bildungsstand vieler Schulabgänger nicht ausreichend, bedauert der Pforzheimer Unternehmer.