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Radfahrer vor einer Blechlawine: Im Berufsverkehr, wie hier in Frankfurt am Main, dominiert als Verkehrsmittel Nummer 1 nach wie vor das Auto. Foto: Arne Dedert/dpa
Radfahrer vor einer Blechlawine: Im Berufsverkehr, wie hier in Frankfurt am Main, dominiert als Verkehrsmittel Nummer 1 nach wie vor das Auto. Foto: Arne Dedert/dpa
22.08.2017

Pendler bevorzugen das Auto

Wiesbaden. Verstopfte Autobahnen, überfüllte Züge – für Millionen Erwerbstätige in Deutschland ist das Alltag auf dem Weg zur Arbeit. Bei der Wahl des Verkehrsmittels haben Pendler eine eindeutige Priorität: Die weitaus meisten Pendler nehmen das Auto.

Zwei Drittel der Erwerbstätigen (68 Prozent) fuhren im vergangenen Jahr mit dem Auto zum Arbeitsplatz. Nur rund 14 Prozent nutzen nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes regelmäßig öffentliche Verkehrsmittel wie Bus, Straßenbahn, U-Bahn oder Zug für ihren Arbeitsweg.

Die gestern von der Wiesbadener Behörde veröffentlichten Zahlen basieren auf einer alle vier Jahre durchgeführten Pendlererhebung. Die Angaben für das Jahr 2016 beziehen sich auf die gut 32 Millionen der insgesamt 41,3 Millionen Erwerbstätigen in Deutschland, die bei der Befragung Angaben zur Entfernung vom Wohnort zum Job sowie zu Zeitaufwand und Verkehrsmittel für den Arbeitsweg gemacht hatten. Teure Mieten in den Städten und die boomende Nachfrage nach Arbeitnehmern in Ballungszentren treiben Millionen Arbeitnehmer auf Straße und Schiene. Besonders im Umfeld der Großstädte nehmen viele Menschen zum Teil sehr lange Arbeitswege in Kauf.

Nach Angaben des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) wohnen zwei Drittel der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die in Frankfurt am Main, Düsseldorf und Stuttgart arbeiten, außerhalb der jeweiligen Stadtgrenzen. Die Stadt mit den meisten Arbeitnehmern, die außerhalb der Stadt wohnen, war demnach 2016 München mit 365 000 Pendlern (2015 noch 355 000). Es folgt Frankfurt am Main mit 352 000. Jeder fünfte Erwerbstätige (22 Prozent) hat nach Angaben des Statistischen Bundesamtes einen Arbeitsweg zwischen 30 und 60 Minuten. Eine Stunde und länger für den Hinweg zur Arbeitsstätte benötigen unverändert fünf Prozent der Pendler. Das Auto ist dem Bundesamt zufolge auch auf Kurzstrecken das beliebteste Verkehrsmittel: Selbst bei Arbeitswegen bis unter fünf Kilometer spielen Busse und Bahnen keine große Rolle.