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Auf diesem Areal neben Feinkost Marquart (rechts) in den Waldäckern will ICON Wasserfilteranlagen herstellen. Foto: Felchle
Auf diesem Areal neben Feinkost Marquart (rechts) in den Waldäckern will ICON Wasserfilteranlagen herstellen. Foto: Felchle
Im Pressenwerk wird unter anderem das Verwaltungsgebäude im Vordergrund um ein Geschoss aufgestockt. Foto: ThyssenKrupp
Im Pressenwerk wird unter anderem das Verwaltungsgebäude im Vordergrund um ein Geschoss aufgestockt. Foto: ThyssenKrupp
26.05.2017

Pforzheimer Start-Up und ThyssenKrupp bauen in Mühlacker

Mühlacker. Nach ThyssenKrupp meldet Mühlacker einen weiteren Unternehmens-Neuzugang. Die Firma Wassertechnik-Firma ICON aus Pforzheim will in der Senderstadt 450 Arbeitsplätze schaffen.

Monique Bissen hat Großes vor: Die gebürtige Luxemburgerin glaubt an ihre Geschäftsidee und will mit der geballten Wasseraufbereitungskompetenz der Firma ICON in Mühlacker bis zum Jahr 2024 rund 450 Arbeitsplätze schaffen. Das dafür erforderliche Grundstück im Industrie- und Gewerbepark Waldäcker hat sie schon. Aktuell sucht die Pforzheimer Start-Up-Firma hochqualifizierte Arbeitskräfte wie Diplom-Ingenieure und Produktentwickler. Potente Geldgeber im Hintergrund hat Dr.Ing. Bissen schon, die das geplante Mega-Wachstum finanzieren wollen.

Der Gemeinderat der Stadt Mühlacker hat am Dienstagabend in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen, das noch unbebaute Grundstück im Industrie- und Gewerbepark Waldäcker im vorderen Bereich bei der Osttangente an LM Immobilien aus Karlsruhe zu verkaufen. Dort soll in den nächsten zwei Jahren ein modernes Büro- und Produktionsgebäude für das Ingenieur-Unternehmen ICON entstehen. Das global ausgerichtete Start-Up werde ab Anfang 2019 Erzeugnisse zur Wasseraufbereitung im Industriepark Waldäcker entwickeln, produzieren und von dort aus vertreiben. Bis dahin hat die Firma ihren Sitz noch in Pforzheim.

Die Trinkwasserfilter sollen weltweit in Privathaushalten und gastronomischen Betrieben zum Einsatz kommen. „Ein Wachstumsmarkt“, betont Bissen. Die intensiven Bemühungen des Mühlacker Bürgermeisteramts hätten den Ausschlag für die Standortentscheidung gegeben. Darin klingt ein Stück weit Kritik an den Aktivitäten der Pforzheimer Wirtschaftsförderung. „Die verkehrsgünstige Lage des Industrie- und Gewerbeparks sowie die leistungsfähige Infrastruktur bieten ideale Voraussetzungen für unsere Wachstumspläne“, erklärt Monique Bissen, Geschäftsführerin und Inhaberin der ICON GmbH & Co. KG. „Wir planen und errichten am neuen Standort in Mühlacker ein hochmodernes und innovatives Gebäude. Künftigen Mitarbeitern bietet es ein attraktives und inspirierendes Arbeitsumfeld“, so Bissen weiter.

Das Karlsruher Unternehmen Vollack, Spezialist für methodische Gebäudekonzeption, wurde mit der Entwicklung, der Planung und dem Bau des Büro- und Produktionsgebäudes beauftragt. „Wir freuen uns, dass wir mit IC0N ein weiteres innovatives Unternehmen von den erstklassigen Standortbedingungen in der Großen Kreisstadt Mühlacker überzeugen konnten“, betont Oberbürgermeister Frank Schneider. Freilich ist damit auch das letzte größere verfügbare Grundstück im städtischen Besitz verkauft worden. Angesichts dieser Tatsache, gab es auch einige Gegenstimmen im Gemeinderat, zumal die Wachstumsper-spektiven von ICON überaus ambitioniert erscheinen.

Ein weiteres Pfund, mit dem die Senderstadt wuchern kann, ist die Ansiedlung der ThyssenKrupp System Engineering, ein international agierender Systempartner für die Automobilindustrie. ThyssenKrupp baut – offenbar als Partner von Porsche – ein Karosseriewerk im benachbarten Gebiet Lug-Osttangente. Nach Mitteilung des Unternehmens werden am neuen Standort 85 Arbeitsplätze entstehen. „Für die Stadt Mühlacker ist das eine tolle Sache“, sagte Jens Hanf, Frak- tionssprecher der FDP. Thyssenkrupp sei ein bekanntes Unternehmen, das in einen Zukunftsmarkt der E-Mobilität investiere. Diese Meinung vertraten auch Günter Bächle, Sprecher der CDU, und Thomas Knapp (SPD). Doch müssten im Gegenzug jetzt dringend neuen Gewerbeflächen für heimische Betriebe geschaffen werden.