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Beim Rundgang (von links): Werner Morgenthaler (IHK), Stefan Riedel (Inovan), Daniel Lotzmann (IHK), Miriam Fieser (WSP), Professor Norbert Jost (IWWT), Reiner Müller (WSP), Professor Carlo Burkhardt (OBE) und Wolfgang Stauch (Inovan).
Beim Rundgang (von links): Werner Morgenthaler (IHK), Stefan Riedel (Inovan), Daniel Lotzmann (IHK), Miriam Fieser (WSP), Professor Norbert Jost (IWWT), Reiner Müller (WSP), Professor Carlo Burkhardt (OBE) und Wolfgang Stauch (Inovan).
01.10.2015

Pforzheimer Werkstofftag bringt Besucherrekord

Seltene Erden sind knapp. Das liegt daran, dass der Abbau dieser Metalle sehr aufwendig ist und Weltmarktführer China als Hauptförderland die ausgelieferten Mengen seit Jahren begrenzt. Die seltenen Erden sind für die Weltwirtschaft von großer Bedeutung, weil die Elemente einzigartige Eigenschaften besitzen und oft nicht durch andere Stoffe ersetzt werden können“, erläutert Professor Carlo Burkhardt, technischer Geschäftsführer der Ispringer Firma OBE.

Ohne seltene Erden wären Elektroautos und Handys kaum denkbar. „Sie stecken aber auch in Windkraftanlagen.“ Das Ispringer Präzisionstechnik-Unternehmen ist federführend für ein europäisches Forschungsprojekt, das sich mit dem Recycling von seltenen Erden beschäftigt.

Doch auch alltägliche Werkstoffe wie Kupfer haben zentrale Bedeutung für die Industrienation Deutschland. Wie wichtig Materialien wie Zinn, Silber, Aluminium, Palladium und Nickel sind, wurde gestern beim Pforzheimer Werkstofftag im CongressCentrum deutlich. Professor Burkhardt war am Donnerstag nur einer von zwölf Referenten beim Pforzheimer Werkstofftag. Über 200 Teilnehmer aus ganz Deutschland strömten zu dieser Veranstaltung, die seit 2012 von Wirtschaftsförderung Pforzheim (WSP) und dem Institut für Werkstoffe und Werkstoff-Technologien (IWWT) an der Hochschule organisiert wird. Die Teilnehmerzahl hat sich seither mehr als verdoppelt. „Das zeigt, dass wir mit dem Konzept der Werkstofftage voll ins Schwarze getroffen haben.“ Die Hälfte der Anmeldungen stammt übrigens von überregionalen Unternehmen, freut sich Mitorganisatorin Miriam Fieser (WSP). Die Teilnehmer interessierten sich beispielsweise für innovative Kupferlegierungen. Eigentlich ist Kupfer ein weiches Metall. In der industriellen Anwendung muss der Werkstoff jedoch hochfest sein und eine hohe elektrische Leitfähigkeit haben. Die Unternehmen der regionalen Präzisionstechnik-Initiative Hochform fertigen daraus Halbzeuge (Drähte und Bänder) für die verarbeitende Industrie und sorgen für die gewünschte Oberflächengüte.

„Das große Interesse weit über die Region Pforzheim hinaus zeigt, dass die Unternehmen durchaus wissen, dass sie bei technologischen Entwicklungen am Ball bleiben müssen“, betonte Professor Norbert Jost vom IWWT. „Die Zusammenarbeit mit der Hochschule muss verstärkt werden“, ergänzte Werner Morgenthaler, Innovationsberater der IHK Nordschwarzwald. „Die Oberflächentechnik ist für die Wirtschaft der Region von zentraler Bedeutung.“