Pforzheim. Es liegt erst ein paar Wochen zurück, da hat Wolfgang Scheidtweiler im PZ-Gespräch gesagt, „dass ich nur noch Sachen mache, die mir Spaß machen“. Spaß findet der umtriebige Investor aus Pforzheim offenkundig nicht nur an historischen Gebäuden, für die er ein Faible hat, sondern auch an dem, was er einst gelernt hat – dem Bierbrauen.
Aktueller Coup: Scheidtweiler, in Pforzheim vor allem bekannt als Brauhaus-Chef, übernimmt die Aktiengesellschaft der renommierten Karlsruher Brauerei Hatz-Moninger. Fortan ist die kultige Hatz-Bügelflasche also in Pforzheimer Hand. Außerdem hat er die Sinner AG übernommen – beide gehörten bislang zur Stuttgarter Stinag AG. Zuständig ist nicht Scheidtweiler alleine, sondern die Übernahme ist Familiensache. Mitverantwortlich sind Tochter Dorothee und deren Lebensgefährte Johannes Schweizer sowie Patensohn Lionel Berger.
In ähnlicher Konstellation waren zuletzt auch die Käufe von Palmbräu in Eppingen und der Brauerei Franz in Rastatt gelaufen. „Nun sind wir in der Region komplett, das hat sich einfach angeboten“, sagt Scheidtweiler.
Hatz-Moninger blickt auf eine lange Tradition zurück, hat allerdings auch schwierige Zeiten erlebt, nicht zuletzt in Konkurrenz zur Karlsruher Brauerei Höpfner. Nun will Scheidtweiler das Haus wieder in die Gewinnzone führen, ähnlich wie mit den Neuerwerbungen aus Eppingen und Rastatt. „Dort hatten wir binnen weniger Jahre mehr Personal als vor der Übernahme.“ So soll es nun wieder kommen – dementsprechend dürfen alle 60 Mitarbeiter von Hatz-Moninger bleiben.
„Es ist mein Hobby, traditionsreiche Häuser zu kaufen und neu aufzubauen“, sagt Scheidtweiler. Zwar seien es durchaus schwierige Zeiten für Brauereien, aber gerade für die kleineren Betriebe gebe es durchaus Chancen. Und eine Stadt wie Karlsruhe vertrage durchaus zwei gut funktionierende Brauereien. „Früher waren es mal fünf.“
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