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Sportwagenbauer Porsche setzt für die nächsten zehn Jahre auf die drei Antriebsarten Benziner, Hybrid und Elektro sowie auf digitale Geschäftsfelder. Von links: Kommunikationschef Josef Arweck, Vorstandsvorsitzender Oliver Blume sowie stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Finanzvorstand Lutz Meschke. Löffler

Porsche drückt beim Ausbau der E-Mobilität kräftig aufs Gas

Der erste vollelektrische Sportwagen von Porsche rollt im Herbst vom Band. Für den Autobauer wird 2019 deshalb „das Jahr des Taycan“. Entwickelt wurde er in Weissach, die Produktion erfolgt in Zuffenhausen. Ende Februar gab es bereits 20 000 Vorbestellungen für die deutsche Antwort auf den Tesla. Der Preis: rund 100 000 Euro. Ein viertüriger Taycan Cross Tourismo soll folgen.

Wie Porsche-Vorstandsvorsitzender Oliver Blume gestern in Stuttgart bei der Jahresbilanzpressekonferenz sagt, „bekommt E-Mobilität den richtigen Drive“. Die Technologie der Batterien habe sich in „riesigen Sprüngen“ entwickelt und die Ladeinfrastruktur werde beständig ausgebaut. Der Sportwagenbauer gehört zu dem Joint Venture namens „Ionity“. Der Zusammenschluss von BMW, Daimler, Ford und dem Volkswagen-Konzern mit seinen Töchtern Audi und Porsche hat das Ziel, entlang der europäischen Hauptverkehrsachsen ein Netzwerk leistungsfähiger Schnell-Ladestationen für Elektrofahrzeuge aufzubauen. Finanzvorstand Lutz Meschke schätzt, dass bis Ende des Jahres etwa 300 der vorerst 400 angepeilten Stationen etabliert sein werden. Trotz der euphorischen Einschätzung in Zuffenhausen für die E-Mobilität geht der Vorstandsvorsitzende davon aus, dass es eine Übergangsphase von rund zehn Jahren geben werde. Für diese Zeit setzt der Stuttgarter Autobauer auf die drei Antriebsarten Benziner, Plugin-Hybrid und Elektro. Laut Blume wird 2025 jeder zweite Porsche ein Hybrid oder ein E-Fahrzeug sein.

Unterdessen macht Finanzvorstand Meschke deutlich, dass die Materialkosten von E-Autos teurer als jene für Benziner seien – im Fall Porsche etwa 10 000 Euro pro Fahrzeug. Dies soll nicht in vollem Umfang an den Kunden weitergegeben werden. Ergo hat der Vorstand ein ehrgeiziges Effizienz- und Sparprogramm aufgestellt. Meschke erklärt aber auch: Niemand muss sich um seinen Arbeitsplatz Sorgen machen.

Andererseits sollen bis 2022 sechs Milliarden Euro für die weitere Entwicklung der E-Mobilität freigeschaufelt werden. Bei der Rendite für 2018 haben sich die gestiegenen Kosten für E-Fahrzeuge bereits bemerkbar gemacht. Sie lag mit 16,6 Prozent zwar immer noch vergleichsweise hoch, aber einen Prozentpunkt unter dem des Vorjahres.

Nichtsdestotrotz hob der Sportwagenbauer im achten Jahr in Folge seinen Umsatz an, dieses mal um zehn Prozent auf 25,8 Milliarden Euro. Der Gewinn von 3,1 Milliarden Euro liegt drei Prozent über dem Vorjahr. Die Beschäftigten erhalten je einen Bonus von 9656 Euro. Von den 32 000 Mitarbeitern kommen rund 23 000 in den Genuss der Auszahlung. Die Fluktuationsquote von 0,7 Prozent gilt als „sehr gering“.

Deutlich ausgebaut werden sollen neue Geschäftsfelder. Eine Strategie sei es, „für Porsche neue digitale Umsatzpotenziale zu erschließen“. Dafür seien 800 Millionen Euro als „Digital-Budget“ eingeplant. In diesem Bereich hat der Autobauer entsprechende Job-Angebote. Meschke: „Wir würden liebend gerne 300 Fachkräfte für Künstliche Intelligenz einstellen, aber die gibt es nicht.“ Deshalb setze man unter anderem auch auf Kooperationen mit Start-ups.