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Stolz ist das pretema-Führungsteam (von links) mit Helge Held (Finanzen), Daniel Pitschmann (Geschäftsführer) und Zoran Zemun (Produktion) auf die Auszeichnung mit dem Bosch Supplier Award für die weltweit besten Zulieferer.
Stolz ist das pretema-Führungsteam (von links) mit Helge Held (Finanzen), Daniel Pitschmann (Geschäftsführer) und Zoran Zemun (Produktion) auf die Auszeichnung mit dem Bosch Supplier Award für die weltweit besten Zulieferer.
Fertigungsleiter Zoran Zemun mit pretema-Mitarbeiterin Jevgenija Gerdele in der Kunststofftechnik. Fotos: Neff
Fertigungsleiter Zoran Zemun mit pretema-Mitarbeiterin Jevgenija Gerdele in der Kunststofftechnik. Fotos: Neff
09.09.2015

Pretema auf Wachstumskurs

Nieferner Unternehmen profitiert von weltweitem Netz der Possehl-Gruppe. In fünf Jahren wurden über 40 Millionen Euro in den Standort investiert.

Niefern/Öschelbronn. Daniel Pitschmann ist seit 30 Jahren in der Automobilindustrie tätig. Vor einem Jahr hat er den Chefsessel bei pretema übernommen. Das Nieferner Traditionsunternehmen gehört seit fünf Jahren zur PossehlGruppe mit Hauptsitz in Lübeck. Die pretema erzielte mit 515 Mitarbeitern zuletzt einen Umsatz von 83 Millionen Euro – 2015 sollen es 100 Millionen werden. „Seit Jahresbeginn haben wir 50 Mitarbeiter eingestellt.“ Zudem ist Pitschmann verantwortlich für die Possehl Electronics, in der die Elektronikaktivitäten der Gruppe gebündelt sind und zu der eben auch pretema gehört.

Possehl Electronics hat kürzlich das Spritzgießunternehmen Technical Plastic Systems (TPS) GmbH übernommen. Sowohl TPS als auch Pretema sind führende Anbieter von technisch anspruchsvollen Spritzgußteilen für die Automobilindustrie. Schwerpunkt sind jeweils Motorraum- sowie Kunststoff-Metall-Hybridteile, die als Komponenten beispielsweise in Getrieben, Airbags und Antiblockiersystemen unter anderem an Continental und Bosch zugeliefert werden. Pretema ist darüber hinaus in der Stanz-, Galvano- und Laminiertechnik tätig.

TPS besitzt neben den beiden inländischen Standorten in Wackersdorf und Fürth weitere Produktionsgesellschaften in Tschechien und Mexiko. Beide Unternehmen erzielen mit zusammen rund 1300 Beschäftigten einen Jahresumsatz von deutlich über 200 Millionen Euro und bilden damit zukünftig den wesentlichen Umsatzträger innerhalb von Possehl Electronics.

„Wir bilden alle Prozesse unter einem Dach ab“, ergänzt Zoran Zemun, der Diplom-Ingenieur ist Fertigungsleiter am Standort Niefern und seit acht Jahren im Unternehmen tätig. Damals gehörte pretema noch zum amerikanischen Tyco-Konzern. Eine Spezialität sind Smartcards, die in Stückzahlen von mehr als einer Milliarde gefertigt werden. Rund 40 Millionen Euro wurden in den vergangenen fünf Jahren am Standort Niefern investiert.

Das Nieferner Traditionsunternehmen wurde 1948 unter dem Namen Kopp&Odenwald gegründet. Die Inhaberfamilie verkaufte 1975 ihre Anteile an die Degussa AG. 1995 übernahmen Gerhard Stößer, Joachim Steudle und Wolfgang Weiß die Mehrheit an der Degussa Präzisionstechnik GmbH und nannten ihr Unternehmen fortan pretema. 2001 schluckte der US-Konzern Tyco das mittelständische Familienunternehmen. Durch den Einstieg der Lübecker Possehl-Gruppe im Jahr 2010 wurde pretema Mitglied eines deutschen Mischkonzerns, der eigentlich keiner ist. „In der Lübecker Zentrale sitzen lediglich 25 Mitarbeiter. Die einzelnen Unternehmen arbeiten wirtschaftlich eigenverantwortlich.“ Dabei profitiert pretema vom weltweiten Produktions- und Vertriebsnetz.