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Symbolbild: dpa 

Prozesseröffnung um Betrugsfall bei Pforzheimer Firma Cobra Schmuck

Pforzheim/Mannheim. Die Mühlen der Justiz mahlen oft langsam – doch dass zwischen Straftat und Prozesseröffnung achteinhalb Jahre liegen, ist bemerkenswert: Einer der größten Betrugsfälle in der Geschichte der Pforzheimer Schmuckindustrie wird am 22. November endlich vor der Großen Wirtschaftskammer des Landgerichtes Mannheim verhandelt.

Aufgerufen wird der Fall „Cobra Schmuck“, wie gestern der Vorsitzende Richter Joachim Bock auf Anfrage der PZ bestätigte. „Es sind derzeit 16 Fortsetzungstermine bis einschließlich Freitag, 28. Februar 2019 geplant.“ Dass dies erst jetzt geschieht, begründet der Sprecher des Landgerichts mit mehreren großen Verfahren, die seit der Anklageerhebung im Januar 2014 zu bewältigen waren. Dabei sei auch zu beachten, dass Haftsachen und Verfahren, bei denen Verjährung droht, stets vorgezogen würden.

Zur Erinnerung: Im April 2011 hatte der Geschäftsführer der Cobra Schmuck GmbH Insolvenzantrag gestellt. Kurz zuvor hatte er angeblich festgestellt, dass im Tresor des Unternehmens an der Habermehlstraße große Mengen Edelmetall fehlten. Rund 200 Kilogramm Gold und 1,6 Tonnen Silber im Wert von über acht Millionen Euro waren – angeblich über Ostern – verschwunden. Es gab jedoch keine Einbruchspuren. Es folgten fünf Hausdurchsuchungen und jahrelange Ermittlungen der Polizei.

Verhandelt wird gegen den damaligen Geschäftsführer von Cobra wegen mehrfachen Betrugs und Untreue sowie Insolvenzverschleppung, Bankrott und Vortäuschen einer Straftat. Sein Sohn steht wegen Untreue und Vortäuschen einer Straftat vor Gericht. Außerdem ist der frühere Prokurist angeklagt, weil er in zehn Betrugsfällen mitgewirkt haben soll. Es gab etliche Geschädigte, darunter eine namhafte Pforzheimer Scheideanstalt, die später selbst pleite ging. Angeklagt ist ein Betrugsfall zum Nachteil einer internationalen Silberschmuck-Marke.

Lothar Neff

Lothar Neff

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