Einen Insolvenzantrag hat TF Wickeltechnik aus Neulingen jüngst gestellt.
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Wirtschaft
Sanierungsmöglichkeiten werden geprüft: TF Wickeltechnik aus Neulingen stellt Insolvenzantrag
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Neulingen/Pforzheim. Die 1992 gegründete TF Wickeltechnik mit Sitz in Neulingen hat einen Insolvenzantrag gestellt. Dies geht aus einer aktuellen Pressemitteilung hervor. Das zuständige Amtsgericht Pforzheim habe Tobias Hirte von der Kanzlei Schultze & Braun zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.

Gemeinsam mit seinem Team analysiere er derzeit die wirtschaftliche Situation des Unternehmens und prüfe die Sanierungsmöglichkeiten für das Unternehmen sowie die Optionen für eine nachhaltige Neuaufstellung. Währenddessen laufe das operative Geschäft uneingeschränkt weiter – sowohl laufende Kundenaufträge als auch neue Projektanfragen werden laut Mitteilung wie gewohnt bearbeitet.

Sanierungsmöglichkeiten über den Sommer klären

Hirte und Weißenberger haben die Belegschaft frühzeitig transparent über den aktuellen Stand und die nächsten Schritte informiert, heißt es weiter. Die Löhne und Gehälter der 11  Mitarbeitenden seien bis Ende Juli über das Insolvenzgeld gesichert. In den kommenden Wochen solle ein detailliertes Sanierungskonzept ausgearbeitet werden. Ziel sei es, das Unternehmen zukunftsfähig aufzustellen und möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten. Dies wäre durch den Einstieg eines Investors in das bestehende Unternehmen, aber auch die Integration von TF Wickeltechnik in eine Unternehmensgruppe möglich.

„Wir starten umgehend mit der Ansprache potenzieller Kandidaten. Interessenten für einen Einstieg können sich gerne bei mir melden. Der Prozess ist offen für alle ernsthaften Investoren. Erste Gespräche laufen bereits“, sagt Hirte.

Preissteigerungen und Umsatzrückgänge

Die Gründe, die die Sanierung und den Investoreneinstieg notwendig machen, seien laut der Mitteilung eine Kombination aus den wirtschaftlichen Folgewirkungen der Corona-Pandemie sowie der Preissteigerungen und Umsatzrückgänge in Folge der geopolitischen Verwerfungen. Hinzu komme die derzeitige Investitionszurückhaltung in vielen Branchen.

„Die inzwischen seit mehreren Jahren andauernden Herausforderungen sind an uns, aber auch an unseren Kunden nicht spurlos vorübergegangen. Weniger Umsätze in den Branchen unserer Kunden bedeuten zwangsläufig auch weniger Aufträge für uns als Spezialmaschinenbauer“, fasst Geschäftsführer Weißenberger die Entwicklung und die anhaltenden Herausforderungen zusammen.

„Viele Kunden beauftragen uns regelmäßig. Da sie jedoch auch von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Krisen in ihren Branchen betroffen sind, konnten und können sie dies nicht wie gewohnt tun.“

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