Pforzheim. Die rasante Entwicklung auf dem Energiemarkt ist derzeit eines der beherrschenden Themen in Deutschland. Auch die Stadtwerke Pforzheim (SWP) sind von den höheren Beschaffungspreisen für Strom und Gas maßgeblich betroffen. Oberste Priorität habe dabei die Versorgungssicherheit der Kunden und Geschäftspartner, heißt es in einer Pressemitteilung.
Nur teilweise aufgefangen
Die seitens der SWP verfolgte Einkaufsstrategie, bei der Marktchancen und die Risiken abgewogen würden und die auf Nachhaltigkeit sowie auf einen breiten Liefermix setze, könne diese Kostenentwicklung nur teilweise auffangen. Hinzu kommen die Auswirkungen des Kriegs gegen die Ukraine. Von dieser Krisenlage können sich die SWP nicht abkoppeln.
Sie werden daher die Preise in der Privatkunden-Grundversorgung sowohl für Strom als auch für Gas anpassen. Ausgenommen seien laufende Verträge mit Preisgarantie, heißt es. Künftig kostet die Kilowattstunde Strom in der Grundversorgung 39,52 Cent, was einem Plus von 23,6 Prozent entspricht, informieren die Stadtwerke. Gas kostet künftig in der Grundversorgung pro Kilowattstunde 13,13 Cent, was einem Plus von 40 Prozent entspricht.
Durch die vorausschauende Beschaffungsstrategie der SWP bleibe aber auch das neue Preisniveau deutlich unter dem vergleichbaren aktuellen Marktpreis. „Dass eine Anpassung für sämtliche Kunden erfolgen muss, liegt auch an gesetzlichen Änderungen in Bezug auf sogenannte Splittarife“, so die SWP. Die neue Rechtslage erlaube es nicht mehr, verschiedene Tarife für Bestands- und Neukunden anzuwenden. Daher müssten Preissteigerungen in der Grundversorgung nun von allen Kunden getragen werden.
Die gute Nachricht: „Es kommt eine Entlastung im Juli“, kündigen die SWP an. Dann werde der Strompreis infolge des Wegfalls der EEG-Umlage wieder gesenkt werden können – um 4,43 Cent. Eine direkte Verrechnung der Ermäßigung sei allerdings nicht möglich, da der Gesetzgeber explizit zwei separate Vorgänge vorschreibe. Aus diesem Grund steige der Preis beim Strom nun zum 1. Juni, werde zum 1. Juli dann aber wieder gesenkt.
Eine Durchschnittsfamilie, die im Jahr 3500 Kilowattstunden Strom verbraucht, muss nach dem 1. Juli mit Mehrkosten in Höhe von rund neun Euro im Monat rechnen. Beim Gas kämen auf eine Familie, die rund 20000 Kilowattstunden verbraucht, Mehrkosten in Höhe von rund 62 Euro im Monat zu. Die Abschläge werden entsprechend angepasst. Um Kunden bei ihren Einspar-Aktivitäten zu unterstützen, bieten die SWP mit der Energieagentur (keep) Beratungsangebote an.

