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Der TV-Finanzjournalist und Wallstreet-Kenner Markus Koch gehörte zu den zahlreichen Fachreferenten auf der Invest 2018 in Stuttgart. Die Vortragsstände waren dicht umlagert. Foto: Marx
Der TV-Finanzjournalist und Wallstreet-Kenner Markus Koch gehörte zu den zahlreichen Fachreferenten auf der Invest 2018 in Stuttgart. Die Vortragsstände waren dicht umlagert. Foto: Marx
17.04.2018

Stuttgarter Anlegermesse bestätigt ihren guten Ruf

Stuttgart. 12.000 Besucher auf der Invest 2018 in Stuttgartzeigen, wie beliebt die Veranstaltung ist. Die Branche wirbt auch in unruhiger werdenden Zeiten für Aktien im Depot.

Der Tipp von Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg ist so einfach wie klar: Mit Kryptowährungen sollte sich jeder Anleger beschäftigen. Dabei gehe es weniger um die Aussicht, an Kurssprüngen teilzuhaben. Vielmehr könne man wichtiges Fachwissen erwerben. 100 bis 200 Euro Spielgeld würden so zu gut eingesetztem Lehrgeld, wenn man sich etwa Bitcoin-Anteile oder Ripple ins Depot hole.

Über die Bedeutung und Zukunft von Kryptowährungen wurde auch sonst viel gesprochen auf der Invest 2018 auf dem Stuttgarter Messegelände. An zwei Tagen erfuhr die größe deutsche Branchenplattform für Finanzen und Geldanlage mit 12.000 institutionellen und privaten Anlegern einen kräftigen Zuspruch.

Mehr als 140 Unternehmen präsentierten sich dem Publikum, das mehrheitlich auch die über 300 Begleitveranstaltungen der 19. Invest-Auflage nutzten. Die Anleger suchten in mageren Zinszeiten und angesichts globaler Handelskonflikte nach Orientierung und individueller Beratung, war allenthalben auf der Invest zu vernehmen. Auch wenn die Volatilität an den Märkten zunehme, führe kein Weg an Aktien vorbei. Regen Zulauf erfuhr der Sparkassen-Stand. Karin Geiger, stellvertretende Abteilungsdirektorin des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg, räumte ein, dass man aktuell zum Thema Kryptowährungen als Sparkasse selber noch keine Angebote machen könne. Man arbeite aber intensiv an der Thematik. Es gebe technisch und rechtlich eine Menge Dinge, die beachtet werden müssten. Und schließlich müsse alles regel- und steuerkonform sein.

Geiger warb auf der Basis eines ausführlichen Beratungsgesprächs für eine individuelle Anlagestrategie. „Die Mischung macht’s“, unterstrich die Expertin. Aktienfonds und ETF-Sparpläne seien wichtige Bausteine eines chancenorientierten Portfolios. Allerdings müsse man nach Jahren, in denen die Märkte praktisch nur den Weg nach oben kannten, nun auch mit größeren Schwankungen klar kommen: „Man darf nicht nervös werden.“ Erkennbar sei ein Trend zu dividendenstarken Titeln. Auch Gold werde von einigen Kunden nachgefragt. Diese Kunden seien jedoch oftmals speziell strukturiert: „Das sind keine Renditejäger“, meinte Geiger und sprach von einem Kundenkreis, der einen Joker für den Katastrophenfall wünscht. Spannend, so die stellvertretende Abteilungsdirektorin, werde es, wie in stürmischeren Zeiten an den globalen Märkten aktiv gemanagte Fonds und passive Indexkonstruktionen, ETFs (Exchange Traded Funds), in Konkurrenz zueinander abschneiden würden.

Auf der Invest nutzten die Teilnehmer die Möglichkeit, Prominenz aus der Finanzwelt zu treffen. Eine Blogger-Lounge, Fintech-Unternehmen und eine erneut angegliederte Messe „Grünes Geld“ rundeten das Angebot ab. Ethische und nachhaltige Geldanlagen stehen bei einigen Investoren hoch im Kurs. Denn so mancher Kunde möchte nicht nur Rendite einfahren, sondern mit seinem Geld auch etwas Sinnvolles anstellen.