PFORZHEIM. Den 400 Thales-Mitarbeitern in Pforzheim wurde heute Morgen von der Konzernleitung mitgeteilt, dass der Standort Pforzheim aufgegeben wird. Oberbürgermeister Gert Hager kritisierte scharf das Verhalten des Arbeitgebers, dem man von Seiten der Stadt Gewerbefläche und Hilfe bei der Investorensuche angeboten habe, ohne eine Reaktion zu erhalten.
{element}{element}Gegen 9 Uhr lief die Protestkundgebung der IG Metall, bei der vehement gegen die Standortentscheidung protestiert wurde. Einige Tränen sind bei den Beschäftigten am Werkstor an der Ostendstraße geflossen, schließlich haben sie seit einigen Jahren unter anderem mit finanziellen Einbußen dafür gekämpft, die Niederlassung aus den roten Zahlen zu bringen. Viele haben ihr Unverständnis darüber geäußert, dass man jetzt in Pforzheim schwarze Zahlen schreibe und trotzdem den Standort dicht machen müsse.
{element}Für einige Thales-Mitarbeiter, vor allem Halbtagsbeschäftigte, dürfte der Weg zu einem neuen Arbeitsplatz in Ditzingen zu weit sein. Auch fürchten viele, dass sich hinter dem Wunsch der Konzernleitung nach Synergieeffekten durch Zusammenlegung von Niederlassungen nichts anderes als ein Abbau von Arbeitsplätzen verbirgt. Für Pforzheim bedeutet das ein weiterer Verlust von 400 Arbeitsplätzen - und das trotz großen Engagements von Seiten der Stadt und auch der Bundestagsabgeordneten.

