Bochum. Rund 99 Prozent aller Senioren wollen so lange wie möglich in ihrem eigenen Haushalt leben. Dabei helfen ihnen inzwischen häufiger bezahlte Haushaltshilfen als Freunde und Verwandte. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Forsa-Studie im Auftrag der Minijob-Zentrale, für die mehr als 1000 Personen im Alter ab 65 Jahren befragt wurden. Die Minijob-Zentrale ist die zentrale Einzugs- und Meldestelle für alle geringfügigen Beschäftigungen in Deutschland und gehört dem Verbund der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See an.
Der Studie zufolge bekommen heute bereits 40 Prozent der Menschen über 65 Unterstützung im Haushalt. Bei mehr als der Hälfte (53 Prozent) von ihnen übernimmt das eine bezahlte Haushaltshilfe. Etwas weniger (51 Prozent) bekommen Hilfe von Familienangehörigen, Freunden oder Bekannten. Nur eine untergeordnete Rolle spielen professionelle Betreuungskräfte (vier Prozent).
Senioren ließen sich „vor allem bei den Aufgaben helfen, die ihnen viel Mühe bereiten“, fasst Heinz-Günter Held, Geschäftsführer der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See, das Ergebnis der Umfrage zusammen. Gerne werde Unterstützung vor allem beim Putzen, Bügeln und der Wäsche in Anspruch genommen. Um das Kochen und die Gartenarbeit kümmern sich die Rentner dagegen tendenziell lieber selbst. Kein Wunder: Denn beide Tätigkeiten gehören nach einer früheren Umfrage zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten der über 65-Jährigen.
Alt erst ab 80
Immerhin jeder fünfte Mensch in Deutschland ist zur Zeit schon über 65 Jahre alt. Doch hat sich das Selbstbild der Senioren im Vergleich zu vorangegangenen Generationen geändert. „Seniorinnen und Senioren zwischen 65 und 79 Jahren wollen aktiv und gesund am Leben teilnehmen und sind selbstbestimmter als frühere Generationen“, betont Francois Höpflinger vom Zentrum für Gerontologie an der Uni Zürich in der Studie. Als wirklich „alt“ verstünden sich Senioren heute oft erst ab 80.
Gerade bei den jüngeren Senioren dienen die Haushaltshilfen denn auch häufig vor allem dazu, die eigene Lebensqualität zu verbessern. Höpflinger ist überzeugt, dass regelmäßige Hilfeleistungen im Haushalt für ein selbstständiges Leben im hohen Alter in den kommenden Jahren noch wichtiger werden.

