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WSP-Direktor Oliver Reitz, Preisträger Stephan Müller, Stephan Scholl, Preisträger Heiko Brückner, Fritz Schäfer, Preisträger Burkhard Thost, Christoph Wellendorf und Oberbürgermeister Peter Boch (von links). 
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Mut zur Selbstständigkeit: In einer Talkrunde sprachen Farina Ohrt, Fabian Böhm und Thomas Keicher (Mitte) mit Moderator Markus Brock (rechts) und Gerd Lutz (links), Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Karlsruhe, über ihren Weg in die unternehmerische Tätigkeit. 

Unternehmer gewürdigt: Stephan Müller, Heiko Brückner und Burkhard Thost erhalten Wirtschaftspreis

Alles was in Pforzheims Wirtschaft und Politik Rang und Namen hat, kannte am Donnerstagabend nur ein Ziel: das Pforzheimer CongressCentrum, wo 700 Gäste versammelt waren. Dort wurde der Pforzheimer Wirtschaftspreis in den Kategorien „Innovation und Idee“, „Marke und Image“ sowie „Lebenswerk“ an drei Unternehmerpersönlichkeiten überreicht.

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Pforzheimer Wirtschaftspreis 2019

Das Herausragende am Besonderen zu ehren, war das erklärte Ziel des Wirtschaftspreises 2019. In der Kategorie „Innovation und Idee“ wurde Stephan Müller, Geschäftsführer der inovex GmbH ausgezeichnet, in der Kategorie „Marke und Image“ Heiko Brückner, Geschäftsführer der Rothmund GmbH Kran & Montage. Für sein „Lebenswerk“ erhielt Burkhard Thost, Gründer und Gesellschafter von Thost Projektmanagement, die Auszeichnung. Die Jury setzte sich aus dem Oberbürgermeister, dem Direktor des WSP, dem Leiter des WSP-Geschäftsbereiches Wirtschaftsförderung sowie Vertretern von IHK, Handwerkskammer, Sparkasse und Volksbank zusammen. Die Preise wurden von Oberbürgermeister Peter Boch und Oliver Reitz, Direktor des Eigenbetriebs Wirtschaft und Stadtmarketing (WSP), im Rahmen eines Festakts im CongressCentrum Pforzheim übergeben. „Diesen besonderen Abend widmen wir gezielt der Pforzheimer Wirtschaft. Mit Stolz möchten wir daher die Vielfalt und die Leistungsfähigkeit der Unternehmen am Wirtschaftsstandort Pforzheim hervorheben. Wir möchten den Unternehmen unseren Dank und unsere Anerkennung aussprechen – für ihr Engagement am und für den Wirtschaftsstandort Pforzheim“, sagte Reitz, Initiator und Gastgeber des Pforzheimer Wirtschaftspreises.

Anerkennende Worte für die Preisträger, aber auch für die anlässlich der Ehrungen erschienenen Gäste fand Oberbürgermeister Boch: „Sie sind es, die mit Ihrem Wirtschaften, Ihrer Risikobereitschaft, Ihrer Innovationskraft und Ihren Investitionen maßgeblich zum Wohlstand, zum hohen Lebensstandard und zum wirtschaftlichen Erfolg hier in unserer Heimat beitragen“, betonte Boch.

„Um die mittelständische Wirtschaft zu sichern, braucht es auch künftig mutige Gründerinnen und Gründer, die mit ihren zukunftsorientierten Ideen, fundiertem fachlichen Know-how und unternehmerischen Kompetenzen dafür sorgen, dass der Mittelstand weiterhin innovativ und erfolgreich bleibt“, erklärte Reitz das Thema „Perspektive Selbstständigkeit – mit Mut zur Existenzgründung“.

Mit Farina Ohrt, Inhaberin des Cafés „Fräulein Ohrt“, Fabian Böhm, Inhaber von Böhm-Hörakustik, und Thomas Keicher, Geschäftsführer der Cetitec GmbH, konnten die Gäste drei ganz unterschiedlichen Wegen von Gründungen nachvollziehen. Keicher, der heute Porsche zum Mehrheitsgesellschafter von Cetitec zählt, lobte die Zeit im Pforzheimer Gründerzentrum Innotec. Gerd Lutz, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Karlsruhe, forderte mehr Mut zur Gründung ein. Die Talkrunde und der Abend wurden von Markus Brock moderiert. Für die musikalische Untermalung der Veranstaltung sorgten das Vokalensemble „Herztöne“ – neun Damen, die selbst aus Pforzheim und der Region kommen. Im Anschluss an die feierliche Preisverleihung kamen die Gäste zu einem Get-together in entspannter Atmosphäre zusammen. Im Foyer des Großen Saals lud der Eigenbetrieb Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP) zu einem Buffet und gab den zahlreich erschienenen Entscheidungsträgern aus dem wirtschaftlichen Leben die Gelegenheit zum persönlichen Austausch.

Der Preis selbst wurde vom Pforzheimer Goldschmied Oliver Schmidt gestaltet. Vor fünf Jahren wurde Herbert Domig als Gründer der Böhmler Drehteile GmbH mit dem Wirtschaftspreis geehrt – er verfolgte mit anderen Preisträgern das Geschehen im CCP ganz entspannt als Zuhörer.

Rothmund-Krane als Problemlöser

Hoch hinaus und doch bodenständig: „Für mich steht die Firma Rothmund beispielhaft für den Mut, den Fleiß und die Willenskraft von Familienunternehmen“, sagte Fritz Schäfer, langjähriges Vorstandsmitglied der Volksbank Pforzheim in seiner Laudatio. Aus kleinsten Anfängen heraus, mit einem Kran, der zuhause in Corres vor der Haustüre stand hat man 1982 angefangen. Heute ist die Firma Rothmund ein Unternehmen mit über 40 Mitarbeitern, das in ganz Deutschland und Europa tätig ist. Sie hebt, lädt, transportiert und positioniert Maschinen und Objekte bis zu 500 Tonnen. „Mit dem festen Willen, alles besser zu machen als Andere, ist man peu à peu von der Kreisklasse in die Champions League der Branche aufgestiegen“, lobte Schäfer.

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Fritz Schäfer mit Preisträger Heiko Brückner (rechts).

2004 trat Schwiegersohn Heiko Brückner als Geschäftsführer in die GmbH ein. „Hier trafen sich zwei Brüder im Geiste“, so Schäfer. Zusammen ging es noch schneller vorwärts. Der neue Standort nahe der Autobahnauffahrt Pforzheim Nord bietet optimale Umfeldbedingungen und wird dem weiter wachsenden Unternehmen in seiner Außenwirkung gerecht. „Wir treffen immer alle Entscheidungen in der Familie gemeinsam. Mein Schwiegervater ist auch mein bester Freund und Ratgeber. Unsere Frauen geben uns Rückhalt, unterstützen uns im Büro und nehmen uns den ganzen Papierkram ab. So können wir uns auf das operative Geschäft konzentrieren“, sagt Brückner. Zur Familie zählen aber auch die Mitarbeiter. „Oft sitzen wir nach Feierabend zusammen und reden über Gott und die Welt. Das schweißt uns zusammen, trägt zu einem sehr guten Betriebsklima bei.“ 

Inovex: Innovativ und sozial überaus engagiert

„Sie sind ein bemerkenswerter Innovator und ein sehr, sehr netter Mensch“, sagte Stephan Scholl, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Pforzheim Calw in seiner Laudatio auf Firmenchef Stephan Müller. Der Preisträger, Jahrgang 1958, ist Gründer und Geschäftsführer der IT-Firma inovex. Er habe als einer der ersten Studenten den damals neu eingerichteten Studiengang Informatik an der Hochschule Furtwangen absolviert und sich direkt nach dem Diplom selbstständig gemacht. Müller ist verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Töchtern.

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Sparkassen-Chef Stephan Scholl (rechts) mit Preisträger Stephan Müller.

Die inovex GmbH steht seit 1999 für individuelle und innovative IT-Systeme, die von Standorten in Pforzheim, München, Köln und Münster geplant, realisiert und betrieben werden. Das Pforzheimer IT-Projekthaus inovex gehört zu den zehn familienfreundlichsten Arbeitgebern in Deutschland. Die Firma versteht sich als „Voll-Sortimenter“ für digitales Business. Als innovationsgetriebenes IT-Projekthaus mit dem Leistungsschwerpunkt „Digitale Transformation“ beschäftigt inovex über 350 IT-Experten, die ihre Kunden umfassend bei der Digitalisierung ihres Kerngeschäfts und bei der Realisierung von neuen Projekten unterstützen. Das Lösungsangebot umfasst Application Development, Data Management und die Entwicklung von skalierbaren IT-Infrastrukturen (Cloud Services).

Wichtig ist dem Wirtschaftspreisträger aber auch die Menschlichkeit, so Scholl. Müller unterstütze zahlreiche soziale Aktivitäten, darunter Bildungsprojekte für Mädchen in IT-Berufen und ein humanitäres Projekt in Vietnam. Scholl bezeichnete ihn deshalb als Weltbürger und Humanisten.

Thost realisiert weltweit Großprojekte

„Du hast den lähmenden Mehltau der Mittelmäßigkeit, der sich immer wieder über unsere Heimatstadt ausbreitet, abgeschüttelt und konzentrierst Dich in allem, was du tust auf eines: auf Exzellenz!“ Mit diesen Worten hat Schmuckunternehmer Christoph Wellendorff gestern in seiner Laudatio den Wirtschaftspreisträger Burkhard Thost gewürdigt. „Das macht Dich als Familienmensch, als Unternehmer und als Pforzheimer Bürger einzigartig und erfolgreich. Dafür bekommst Du heute den Preis für Dein Lebenswerk zu recht verliehen.“

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Laudator Christoph Wellendorff und Burkhard Thost (rechts).

Was aber wäre eine Welt ohne ihn gewesen, fragte Wellendorff: „Ohne Burkhard fehlten 500 Familien der Arbeitgeber und Lohnzahler, der Stadt Pforzheim einer der wichtigsten Gewerbesteuerzahler und damit viel Geld für unsere Schulen, Bildung, Kultur.“ Ehrenamtlich habe er als Kirchenältester in der Evangelischen Kirche, Rotary-Präsident und Präsident der Industrie- und Handelskammer Akzente gesetzt. „Du steuerst und managst Prozesse bei hochkomplexen Bauprojekten: Fabriken für Bosch, das Robert Bosch Krankenhaus, die EnBW-Zentrale, Europapark Rust, Mega Malls in Russland, Flughafen in Dubai, Transrapid in Shanghai, all das wird hier aus unserem Pforzheim projektiert und gesteuert.“

Geboren wurde der sportliche Preisträger 1948 in Lübbecke, Westfalen. Thost ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Tochter Nicola holte eine olympische Goldmedaille im Snowboard nach Pforzheim. Nach dem Studium an der Technischen Universität Karlsruhe folgten Tätigkeit in der Bauindustrie mit Stationen in Mittelost und Westafrika.

Lothar Neff

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Thomas Meyer

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