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Bei Sascha Giese kaufen die Kunden grammgenau ein, ohne schädlichen Verpackungsmüll. Foto: Warzecha
Bei Sascha Giese kaufen die Kunden grammgenau ein, ohne schädlichen Verpackungsmüll. Foto: Warzecha
21.09.2018

Unverpacktes Einkaufsvergnügen in Pforzheim

Pforzheim. Wie man Plastikmüll im privaten Gebrauch sinnvoll einsparen kann, beschäftigt derzeit viele Menschen – nicht zuletzt angesichts der Müllmengen in den Weltmeeren.

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Der Unternehmer Sascha Giese aus Wurmberg, gelernter Kaufmann im Einzelhandel und Handelsfachwirt (IHK), will nun Abhilfe leisten: Am 13. Oktober eröffnet er seinen „Unverpackt“-Laden in der Jörg-Ratgeb-Straße 23. Bis vor kurzem machte sich der 45-Jährige eher wenig Gedanken um die Einsparung von Verpackungsmüll. Vor rund zwei Jahren änderte sich das, weswegen er nun in Kürze seinen Laden eröffnen wird.

Damals hatte er bereits mit dem Umstieg von PET auf Milch- und Saftflaschen aus Glas, also Einweg auf Mehrweg, begonnen. Kurz danach verstaute er zunächst seine einst geliebte Kaffeekapsel-Maschine im Keller, um diesem täglich anfallenden Müll aus dem Weg zu gehen, nur um sie anschließend an jemanden anderen weiterzuverkaufen. Sein Ziel war, dass diese Maschine nicht einfach nur im Müll landen, sondern wiederverwendet werden soll. Er lebte nach dem Prinzip: „Einfach benutzen, wenn man es hat, dann ist es ein Gegenstand und wenn ich es wegwerfe, ist es Müll.“

Was ihn antreibt, ist es, bewusst einzukaufen und gerade dadurch Müll einzusparen. Giese und seine Frau hatten es so innerhalb kurzer Zeit geschafft, 30 Prozent ihres Mülls einzusparen. Worauf es ihm bei seinem nun eigenen Laden ankommt, ist es sowohl bewusst als auch rational einkaufen. Also genau die Mengen, die man benötigt, um nicht unnötig Müll zu verursachen. Seine zukünftigen Kunden können in Gieses Laden folglich aufs Gramm genau ihre Nudeln, Obst, Gemüse, Eier (von freilaufenden Hühnern), Trockenware wie Reis, Nudeln, Getreide, Hülsenfrüchte, Nüsse und Nussmischungen, Kaffee und Tee, Gewürze, Öle, Süßigkeiten, Knabbereien, Trockenfrüchte, Reinigungs- und Putzmittel, Körperhygenieprodukte (Körperbutter, Rasierhobel, Rasierseife, verschiedene Aufbewahrungsbehältnisse wie Brotboxen), Glasstrohhalme sowie Brotaufstriche genau in dem Maße und der Gramm-Menge einkaufen, wie sie es benötigen.

Dafür benötigen die Kunden ein Gefäß, wiegen es im Laden ab, notieren, wie schwer dieses ursprünglich war. Anschließend kaufen sie ein, indem sie ihr Gefäß zum Beispiel mit Reis oder Mehl füllen und bezahlen die an der Kasse abgewogene Ware. Und wenn der Kunde gerade kein geeignetes Aufbewahrungsmittel bei sich hat, findet Giese immer eine Möglichkeit, auszuhelfen. Wer in der Goldstadt unterwegs ist und Durst während seines Stadtspaziergangs verspürt, kann innerhalb seiner Öffnungszeiten an einer Auffüllstation seine Trinkfasche mit Leitungswasser füllen. Eine solche Glasflasche ist bei ihm auch käuflich zu erwerben.

Gieses Kunden können außerdem andere Artikel wie lose Seifen kaufen. Spülmittel gibt es nur in dafür vorgesehenen Behältnissen. Sein Hinweis an alle Verbraucher: „Ja, wir alle können den Plastikmüll weltweit reduzieren, wenn wir bewusst durchs Leben gehen.“ Giese legt Wert darauf, dass ein Besuch in seinem Laden nicht nur den Erwerb von Lebensmitteln mit weniger Verpackungsmaterial, sondern auch den gemeinsamen Austausch untereinander beinhaltet. Wer Giese kennenlernen möchte, kann dies bei der Eröffnung seines Ladens im gemeinsamen Gespräch am 13. Oktober zwischen 8 und 18 Uhr tun. Sein Tipp: Der Einkauf dauert beim ersten Mal etwas länger, da man sich mit dem Produkt und der Art und Weise des Einkaufens mehr auseinandersetzen muss.

Öffnungszeiten sind im Folgenden: Mo–Fr:

9.30 bis 18.30 Uhr sowie Sa: 8 bis 14 Uhr. www.unverpackt-pforzheim.de