Vorstandsvorsitzender Jürgen Wankmüller (links) warb gestern bei der Vertreterversammlung erfolgreich für eine breite Zustimmung zur Verschmelzung. Foto: Tilo Keller
Wirtschaft
VR Bank Enz plus gegründet
  • Lothar H. Neff

Remchingen. Jetzt fehlen nur noch die Unterschriften unter dem Verschmelzungsvertrag: Mit einer Flut von grünen Stimmkarten haben gestern um 21.08 Uhr die 240 Vertreter der Volksbank Wilferdingen-Keltern in der Kulturhalle ein Stück Geschichte geschrieben und für die neue VR Bank Enz plus votiert. Den nahezu einstimmigen Beschlüssen der Versammlungen der Raiffeisenbank Bauschlott, der Volksbank Stein Eisingen und der VR Bank im Enzkreis (Niefern) schlossen sich damit auch die Wilferdinger Delegierten an. Es gab nur eine Gegenstimme.

Überschattet wurde die Versammlung vom Tod des Aufsichtsratsmitglieds Roland Trost aus Karlsbad, der am Vortag nach einem Sturz im Krankenhaus verstorben war. Die beiden Vorstände Jürgen Wankmüller und Ulf Meißner präsentieren den Vertretern als letzten Jahresabschluss der Volksbank Wilferdingen-Keltern zuvor eine „goldgeränderte Bilanz“. Ein um 2,9 Prozent auf knapp 1,7 Milliarden Euro gesteigertes Kundengeschäftsvolumen sorgt für einen unveränderten Zinsüberschuss von 16,2 Millionen Euro. Das Eigenkapital wird deutlich gestärkt und die Mitglieder können sich über eine Dividende von vier Prozent freuen.

An 27 Standorten zwischen Karlsruhe und Stuttgart kümmern sich in der neuen VR Bank Enz plus rund 280 Mitarbeiter um die Belange der über 58 000 Kunden. „Mit einer Bilanzsumme von 1,4 Milliarden Euro und einem betreuten Kundenanlagevolumen von 2,75 Milliarden Euro verfügt die vereinigte Bank über die nötige Größe und Stabilität, um den Herausforderungen aus der Niedrigzinsphase, der aufwendigen Regulatorik sowie den Investitionen in Digitalisierung Rechnung tragen zu können“, sind sich die Fusionspartner einig.

„Durch die Bündelung der Kräfte stellen wir sicher, dass unsere Identität und Regionalität gewahrt bleiben. Das hat die Vertreter aller vier Häuser vollumfänglich überzeugt“, bilanziert der Vorstandsvorsitzende Jürgen Wankmüller. Das Fusionsmotto „Größe gestalten – Nähe erhalten“ drücke genau das aus. „Wir sind als Partner in der Region nah dran an unseren Kunden“, so Wankmüller. „Eigenkapitalstruktur und Risikotragfähigkeit der Bank sind gut, was eine wichtige Voraussetzung für die Begleitung der Kunden im Kreditgeschäft ist.“

Umstellung am 13. November

In den kommenden Monaten werde man die technische Fusion zur VR Bank Enz plus vorbereiten. Am 13. November soll dann jeder Kunde auf die Geldautomaten und Dienstleistungen zugreifen können, wobei die Kunden der Volksbank Wilferdingen ihre gewohnte IBAN für Bankgeschäfte behalten.

Als Aufsichtsratsvorsitzender der neuen Bank ist Reinhard Engel vorgesehen, der das 21-köpfige Aufsichtsratsteam leiten wird. Das Gremium wird das Vorstandsteam mit Jürgen Wankmüller, Ulf Meißner (beide Volksbank Wilferdingen-Keltern), Klemens Schork und Armin Kühn (beide VR Bank im Enzkreis) sowie Martin Schöner (Volksbank Stein Eisingen) überwachen.