„Wir blicken in diesem Jahr auf unsere 125-jährige Geschichte zurück“, sagte Klemens Schork, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank im Enzkreis bei der Vertreterversammlung in der Monbachhalle in Neuhausen. „Am 24. November 1891 haben 70 Enzberger Bürger den Darlehenskassen-Verein Enzberg gegründet.“
Im Rückblick auf das Geschäftsjahr 2015 machte er vier wesentliche Themen aus, die auch die Herausforderung der nächsten Jahre bestimmen werden. Dazu zählte er den Niedrigzins, den immer globaler werdenden Markt, die immer schneller werdende Digitalisierung und die Regulatorik. Insbesondere die kleinen Banken würden durch die Regulatorik belastet. Auch die Aufwendungen für die Umsetzung von Meldepflichten fallen stark ins Gewicht, und zwar umso mehr, je kleiner die Bank sei. „Wir fordern deswegen, die Bankenregulierung muss kleine, solide wirtschaftende regionale Institute wie die Volksbanken und Raiffeisenbanken entlasten“, sagte Schork. Zum Thema Niedrigzinspolitik führte er vor Augen, dass man in den 1990er-Jahren nur rund zwölf Jahre brauchte, um mit einer zehnjährigen Bundesanleihe mit damals sechs Prozent sein Vermögen zu verdoppeln. „Mit dem heutigen Zinsniveau von 0,246 Prozent dauert es 288 Jahre“, sagte Schork. „Dass damit alle kapitalgedeckten Vorsorgesysteme und jeder Vermögensaufbau mit reinen Zinsanlagen Probleme haben – dazu braucht man kein Diplom-Mathematiker zu sein.“ Wer auf renditestärkere Anlagen verzichte, verschenke Geld – „und das dürfte sich spätestens im Alter negativ bemerkbar machen“, erklärte der Vorstandsvorsitzende. „Wer auf steigende Zinsen hofft, der wird nach unserer Einschätzung noch einige Jahre warten müssen.“
Die Bilanzsumme ist zum Ende des vergangenen Jahres auf über 275,5 Millionen Euro gestiegen. „Dieses Wachstum wurde durch ein gutes Kreditgeschäft und erhöhte Kundeneinlagen getragen“, sagte Kühn. Das Kreditgeschäft konnte um 3,5 Prozent auf 171,9 Millionen Euro gesteigert werden. Bearbeitet und genehmigt wurden 567 Kreditanträge mit einem Gesamtvolumen von 42 Millionen Euro. Mit knapp zehn Millionen Euro offenen Darlehenszusagen zum Jahresende sei auch für das Jahr 2016 ein guter Grundstock für das Kreditwachstum gelegt worden. Im Einlagengeschäft konnte die Bank eine Steigerung um drei Prozent auf über 230 Millionen Euro erzielen. Die Gewinn- und Verlustrechnung weist einen Überschuss aus Zinsen und Provisionen von 8,93 Millionen Euro aus und liegt deutlich über dem Vorjahresniveau. Die Verwaltungsaufwendungen konnten leicht auf 6,2 Millionen Euro gesenkt werden, darin enthalten sind die Personalaufwendungen mit 3,9 Millionen Euro. Nach den Zuweisungen zum Fonds allgemeiner Bankrisiken in Höhe von 900 000 Euro weist die Bank auch im Jahr 2015 einen nahezu konstanten Jahresüberschuss in Höhe von 581 000 Euro aus. Mit dem Gewinnvortrag aus dem Jahr 2014 beläuft sich der Bilanzgewinn auf 584 000 Euro. Davon sollen 350 000 Euro in die Ergebnisrücklagen eingestellt werden und 232 000 als Dividende in Höhe von vier Prozent ausgezahlt werden. Die Vertreter stimmten diesem Vorschlag auch einstimmig zu. Lothar Schmid vom Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband überreichte Klaus Harzheim aus Enzberg für seine 30-jährige Tätigkeit die Schulze-Delitzsch-Medaille. Walter Zibold aus Niefern bekam für seine 20-jährige Tätigkeit die silberne Ehrennadel überreicht. Der ausscheidende Aufsichtsrat Claus Pilarsch erhielt für 18-jährige Tätigkeit eine Ehrenurkunde.

