Pforzheim. Sie wollten zeigen, dass eine große Abendveranstaltung auch in Pandemie-Zeiten möglich ist: WSP-Chef Oliver Reitz und Marketing-Leiterin Vanessa King hatten kürzlich eine pandemiegerechte Konzeption für die Verleihung des Pforzheimer Wirtschaftspreis am 12. November präsentiert. Als Stargast im CCP war der Ehrenpräsident des FC Bayern München, Uli Hoeneß, angekündigt. Doch sowohl auf dessen Auftritt in einer prominenten Talkrunde als auch die festliche Gala selbst muss in Corona-Zeiten verzichtet werden. Die Veranstaltung wurde abgesagt, wie die PZ am Dienstag auf Anfrage erfahren hat.
Die gestiegenen Infektionszahlen auch in der Goldstadt haben den Veranstaltern vom Eigenbetrieb Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP) einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Nicht wenige Messen, Unternehmensfeiern und Tagungen wurden aufgrund aktueller Infektionsschutzauflagen abgesagt. Doch Reitz zeigte sich bis vor wenigen Tagen zuversichtlich, dass die Preisverleihung durchführbar sei. Zumal sein Herzblut am Wirtschaftspreis hängt. „Mit der Auszeichnung von Preisträgern in drei Kategorien möchten wir erneut das unternehmerische Wirken an unserem Wirtschaftsstandort ehren“, sagte Reitz. Gerade in dieser schwierigen Zeit sei es wichtig, der Unternehmerschaft in Pforzheim einen großen Dank auszusprechen und ihre Leistungsfähigkeit in das Blickfeld zu rücken. Statt einer engen Reihenbestuhlung wie in den früheren Jahren wurde eigens ein Gala-Format gewählt, bei dem es feste Plätze an Tischreihen geben sollte, die strahlenförmig bis ins Foyer reichen. Unter Einhaltung der Abstandsregeln sollte die Bewirtung am Tisch stattfinden. Rund 270 Gäste hätte man unter Wahrung eines Mindestabstands von teilweise deutlich über 1,80 Meter platzieren können. Ergänzend war ein Live-Stream vorgesehen, der die Festveranstaltung nach dem Muster einer fernsehgerechten Show per Internet übertragen sollte. Nicht zuletzt habe Uli Hoeneß, der als Talk-Gast zum Thema „Zäsuren“ auf dem Programm stand, ein reges Interesse ausgelöst.
Veranstaltung wäre für guten Zweck gewesen
Vier Kameras und ein professionelles Regieteam wären im Einsatz gewesen. Ein Teil der Einnahmen aus der Veranstaltung sollte an die PZ-Hilfsaktion „Menschen in Not“ fließen. Eine Spende für den guten Zweck sei im Übrigen eine Anregung von Uli Hoeneß gewesen, sagte Reitz, der den Unternehmer aus seiner Tätigkeit als Wirtschaftsförderer in der Region Tegernsee kennt, wo der ehemalige Bayern-Präsident wohnt. Alle bereits angemeldeten Gäste werde man über die Absage informieren.
Absage schmerzt: Neuauflage der Preisverleihung erst im nächsten Herbst
„Wenn man das CongressCentrum als Kultureinrichtung einordnet, wären auch nach den aktuellen Verschärfungen maximal 500 Teilnehmer an fest zugewiesenen Plätzen zulässig“, zitiert WSP-Chef Oliver Reitz aus den Corona-Verordnungen des Landes Baden-Württemberg. „Allerdings geht es hier weniger um das rechtlich maximal Mögliche, sondern um die Frage, ob ein solcher durch ein geselliges und festliches Miteinander geprägter Abend noch seinen Charakter bewahren könne, wenn sich vielleicht doch nur 100 Gäste im Großen Saal des CCPs verteilen dürften.“


Wirtschaftspreis im CCP: Uli Hoeneß kommt nach Pforzheim
Die diesjährigen Preisträger in den Kategorien „Innovation und Idee“, „Marke und Image“ sowie „Lebenswerk“, für die bereits die Videoporträts produziert wurden und die Laudatoren zur Feder griffen, hat Reitz um Verständnis für die Absage gebeten. Er hofft auf eine Neuauflage des Wirtschaftspreises im Herbst 2021 in „seiner möglichst bewährten Form und mit einem vollem Haus im CongressCentrum“. In Abstimmung mit Oberbürgermeister Peter Boch und dem Corona-Verwaltungsstab habe der Eigenbetrieb Wirtschaft und Stadtmarketing am Montagabend entschieden, das diesjährige Format komplett abzusagen. „Die zahlreichen Anmeldungen, die uns in den vergangenen drei Wochen erreicht hatten, ließen uns mit großer Vorfreude auf den Gala-Abend blicken“, bedauert Reitz. Als völlig unproblematisch betrachtet Reitz im CCP auch weiterhin die Durchführung von Seminaren und Versammlungen bis zu einer Größenordnung von 100 Teilnehmern, bei denen es sich vorwiegend um „parlamentarische Bestuhlungsvarianten“ mit einer „klassischen Vortragssituation“ handle.

