Pforzheim. Auf der einen Seite mit Vollgas über die digitale Autobahn. Andererseits in zügigem Tempo auf bewährtem Pflaster unterwegs. Die Volksbank Pforzheim ist längst hybrid unterwegs und das mit Erfolg, wie die vom Vorstand vorgelegten Zahlen bei der Bilanzpressekonferenz im VolksbankHaus zeigen.
Die eine Seite, das sind rund 80 digitale Leistungen, die das genossenschaftliche Geldinstitut seinen Kunden zur Auswahl stellt. Tendenz steigend. Beispiele: Mobiles Banking, Video-Ident-Verfahren, mit Kwitt das Geld wie eine Nachricht senden, Rechnungen via Scan2Bank per Foto begleichen, sicheres Einkaufen mit paydirekt oder umweltfreundlich, weil papierlos den Kontoauszug als PDF herunterladen.
Vorstandsmitglied René Baum stellt selbstbewusst fest: „Sogar mit reinen Online-Banken können wir in Bezug auf das Produktangebot und das Leistungsspektrum mühelos mithalten.“ Und mit einem Seitenhieb auf die Bankaktivitäten der Internetgiganten sagt Vorstandsvorsitzender Jürgen Zachmann: „Wir verkaufen nicht die Daten unserer Kunden.“
Alleine die Pforzheimer Volksbank investiert innerhalb des genossenschaftlichen Finanzverbundes in nächster Zeit rund eine Million Euro in die Digitalisierungsoffensive der Genossen, sagt der Vorstandsvorsitzende. „Ziel ist es, an der Schnittstelle zum Kunden ein System zu haben, das geräte- und plattformübergreifend begeistert.“
Gleichzeitig kündigt er für spätestens Mitte dieses Jahres eine Digitalisierungsaktion an, die im Schulterschluss von allen genossenschaftlichen Instituten in Pforzheim und im Enzkreis getragen werde. Über Details hält sich Zachmann jedoch noch bedeckt.
Unterdessen würden bisher wertvolle und langjährige Erfahrungen des einen oder anderen Mitarbeiters durch den rasanten disruptiven Wandel quasi „über Nacht nicht mehr gebraucht“. Dennoch werde die Volksbank ihrer sozialen Verantwortung gegenüber den Beschäftigten nachkommen. Zachmann: „Wir nutzen die natürliche Fluktuation.“ Soll heißen: Wenn verdiente Angestellte ihren wohlverdienten Ruhestand antreten, würde man deren Stellen nicht mehr besetzen.
Nichtsdestotrotz – und das ist die bewährte traditionelle Seite – setzt die Volksbank auf das persönliche Gespräch. Vorstandsmitglied Baum: „Alles lässt sich digitalisieren, nur nicht der persönliche Kontakt.“ Diesen nennt er deshalb auch in Zukunft „unser Kernelement“.
Gestützt wird diese Aussage durch das Ergebnis eines Praxistests der Gesellschaft für Qualitätsprüfung (GfQ). Sie habe der Volksbank Pforzheim für ihre Beratungsqualität zum dritten Mal in Folge den Titel „Beste Bank vor Ort“ verliehen. Den Spitzenplatz erreichten die Pforzheimer Genossenschaftsbanker sowohl für die Privatkundenberatung, wie auch für das Segment gewerbliche Kunden. Wie erklären sich die Banker ihr hervorragendes Abschneiden? Geschuldet sei das Resultat, so Baum, „unseren Beraterinnen und Beratern, unserem Know-how in allen finanziellen Belangen, den richtigen Betreuungskonzepten und deren Kommunikation sowie dem Vertrauen unserer Mitglieder und Kunden.“ Hinzu komme der Zugriff auf die Expertisen des genossenschaftlichen Finanzverbundes, laut Baum „kompetente Spezialisten für alle erdenklichen finanziellen Belange“.
Wie erklärt der Vorstand den leichten Rückgang bei der Bilanzsumme (siehe nebenstehende Grafik)? „Ursache dafür ist die planmäßige Verminderung des Eigengeschäfts, welches aufgrund des Mangels an Anlagealternativen durch das Ankaufprogramm der Europäischen Zentralbank sukzessive zurückgefahren wird“, heißt es dazu. Laut Vorstandsmitglied Ralf Günther-Schmidt ist „die Bilanzentwicklung bewusst gesteuert.“ Bedingt durch die Niedrigzinsen hätten Kunden ihre Mittel „in renditestärkere Depotvolumina umgeschichtet.
Die Vertreterversammlung findet am Dienstag, 21. Mai, um 17 Uhr im CongressCentrum Pforzheim (CCP) statt.

