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Werksleiter Josef Heckert, Landrat Karl Röckinger, Firmenchef Albert Weber und Neuenbürgs Bürgermeister Horst Martin (von links) bei einem Betriebsrundgang im Sommer 2015. Foto: Seibel
Werksleiter Josef Heckert, Landrat Karl Röckinger, Firmenchef Albert Weber und Neuenbürgs Bürgermeister Horst Martin (von links) bei einem Betriebsrundgang im Sommer 2015. Foto: Seibel
09.12.2016

Weber will Hängepartie im Breiten Tal beenden

Neuenbürg. Das Markdorfer Unternehmen Weber Automotive ist nicht mehr in Familienbesitz: Die französische Investmentgesellschaft Ardian hat eine Mehrheitsbeteiligung an der Weber Automotive GmbH übernommen. Dies bestätigte Firmengründer Albert Weber im Gespräch mit der PZ. Für den Standort im Breiten Tal in Neuenbürg habe dies keine negativen Auswirkungen – im Gegenteil. „Wir werden unser Wachstum weiter ausbauen“, versicherte Beiratsvorsitzender Weber. Seine beiden Söhne sind weiterhin in der Geschäftsführung tätig.

Für ein Familienunternehmen seien die erforderlichen Investitionen aber nicht zu stemmen gewesen. Ardian gehöre zur AXA-Versicherungsgruppe und sei als Kapitalgesellschaft an Beteiligungen an wachstumsträchtigen Unternehmen interessiert.

Am Standort Neuenbürg sind knapp 200 Mitarbeiter tätig, weltweit sind es 1300. Die geplante Erweiterung im Breiten Tal war im Frühjahr am fehlenden Hochwasserschutz gescheitert. „Wir wollen nach wie vor auch in Neuenbürg investieren“, machte der Unternehmer deutlich. „Wir wollen die Hängepartie im Breiten Tal möglichst schnell beenden.“

Um bauen zu können, sind jedoch umfangreiche Hochwasserschutzmaßnahmen erforderlich. Wer für die entstehenden Mehrkosten aufkommt, ist nach wie vor strittig. Schließlich liege die Enz als „Gewässer erster Ordnung“ im Zuständigkeitsbereich des Landes. Damit müsste das Land den Hochwasserdamm im Enztal aufstocken. „Im Herbst vergangenen Jahres hatten mir Bürgermeister Martin und Landrat Röckinger noch grünes Licht für die Erweiterung signalisiert.“ Seither liegt die Bebauungsplanänderung auf Eis.

Mit Unterstützung von Ardian plane das Weber-Management, die Position des Unternehmens in der Zuliefererbranche weiter auszubauen. Die Investitionen in innovative Technologien sollen erhöht und die Produktionskapazität in Deutschland, aber auch in den USA und Asien erweitert werden.

Nach eigenen Angaben hat Weber Automotive seit 2011 seinen Umsatz von 74 Millionen Euro auf 306 Millionen Euro mehr als vervierfacht. Für das laufende Geschäftsjahr 2016 werde eine Fortsetzung des Wachstums erwartet.

Das 1969 gegründete Unternehmen gehöre zu den Marktführern in der Branche und habe „hohes internationales Wachstumspotenzial“, sagt Weber. Produziert werden Zylinderköpfe unter anderem für Porsche, Daimler und VW.