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WFG-Geschäftsführer Jochen Protzer hat die Region im Blick. Foto: Meyer
WFG-Geschäftsführer Jochen Protzer hat die Region im Blick. Foto: Meyer
11.08.2017

Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald öffnet europäische Fördertöpfe

Pforzheim. Wohlfühlatmosphäre war kürzlich angesagt beim Besuch der Europapolitikerin Evelyne Gebhardt (SPD) im Nordschwarzwald. „Wir sind überzeugte Europäer“. Das klare Bekenntnis aus dem Munde des Nagolder Oberbürgermeisters Jürgen Großmann lasse sich auf die ganze Region Nordschwarzwald übertragen, erläutert Jochen Protzer, Geschäftsführer der regionalen Wirtschaftsförderung (WFG) im Gespräch mit der PZ. Dank Claire Duval, Projektleiterin für Europaangelegenheiten bei der WFG Nordschwarzwald, laufe die Zusammenarbeit mit Brüssel hervorragend. Duval weiß, wie man an die europäischen Fördertöpfe kommt.

„Wir sehen uns dabei als Türöffner,“ sagt Protzer. Gleich vier laufende Projekte werden von Europa mitfinanziert. „Bildung für Alle Nordschwarzwald“, „RegioHOLZ“, „FORESDA“ oder auch das beim INNONET Kunststoff angesiedelte „Plastics InnoCentre“ hätten letztendlich nur ein Ziel, nämlich mit Fördermitteln aus Brüssel den Unternehmen im Nordschwarzwald nachhaltige Standortvorteile zu verschaffen. Und auch das Pforzheimer Leuchtturmprojekt „Zentrum für Präzisionstechnik“ (ZPT) wird aus EU-Mitteln gefördert. Allein für RegioHOLZ und das ZPT fließen knapp sechs Millionen Euro an Fördergeldern. Eine Umfrage in der Region Nordschwarzwald bestätigt: Die Firmen bewerten das Europa-Engagement der WFG als sehr positiv. „Wir wünschen uns einen Abbau der Bürokratie und ein stärkeres Gewicht der ländlichen Regionen bei Entscheidungen in Brüssel“, betonte Protzer im Dialog mit Evelyne Gebhardt.

Unterdessen wird die Präsenz der WFG in der Region selbst immer breiter: Die Zahl der Mitstreiter wächst. Mit dem Technologiezentrum Horb, der Hochschule Pforzheim und der Stadt Knittlingen erhöht sich die Zahl der WFG-Gesellschafter auf 19. Ziel sei es, die Wirtschaftsförderung zu einer starken regionalen Solidargemeinschaft auszubauen, sagt Protzer. „Die WFG wird frischer, schlanker und effizienter“, verspricht er. Mit publikumswirksamen Veranstaltungen wie dem WirtschaftsDialog und dem KommunalForum wolle man das Regionalbewusstsein im Nordschwarzwald und die Marke „Black Forest“ stärken.

Ein „Spiel ohne (Kreis-)Grenzen“ ist für Schüler ab Klasse 10 und Azubis bis 20 Jahre konzipiert worden. Das Unternehmensplanspiel beschäftigt sich mit dem Aufbau eines Fahrradgeschäfts, wobei Werbung, Mitarbeitereinsatz, Absatzplanung, Produkte und Konjunkturschwankungen von den virtuellen Jungunternehmern berücksichtigt werden müssen. Die Vorentscheidung findet in drei Landkreisen statt, das große Finale im Unternehmensplanspiel steigt am 25. November in Nagold.