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Die „Aristo 250“ erinnert an die Gründung der Pforzheimer Uhrenindustrie.
Die „Aristo 250“ erinnert an die Gründung der Pforzheimer Uhrenindustrie.
Hansjörg Vollmer SEIBEL
Hansjörg Vollmer SEIBEL
08.07.2016

Wo Pforzheim draufsteht, ist auch Pforzheim drin

„Made in Pforzheim“ – seit Hansjörg Vollmer 1998 die Aristo Vollmer GmbH gründete, wollte er eine Armbanduhr produzieren, die mit Fug und Recht diese Herkunftsbezeichnung trägt. Pforzheim ist weltweit bekannt als die Goldstadt. Hier steht Deutschlands einzige Goldschmiedeschule, in der auch Uhrmacher ihr Handwerk erlernen können. Diesen Ruf verdankt die Goldstadt dem Markgrafen Karl Friedrich von Baden. Er gründete 1767 in Pforzheim eine Uhren-Manufaktur. Herzstück der „Aristo 250“, die pünktlich zum 250-Jahr-Jubiläum der Goldstadt auf den Markt kommt, ist ein Uhrwerk der Pforzheimer Uhren-Rohwerke (PUW).

„Diese Firma belieferte vor allem die Pforzheimer Uhrenhersteller bis 1979 mit mechanischen Kalibern“, erinnert sich Vollmer. „Als die Mechanik von der Quarz-Technik abgelöst wurde, entwickelte PUW seine legendären Quarzwerke.“ Hansjörg Vollmer: „Die Aristo 250 sollte eine elegante und gleichzeitig eine technisch hochwertige Uhr werden. Also habe ich mich für das PUW 921 entschieden. Kein anderes Quarz-Uhrwerk wurde mit einer größeren Sorgfalt gefertigt als dieses.“ Das nur 2,5 Millimeter hohe Werk (Baujahr 1987) wurde speziell für flache Uhren produziert.

Gegründet 1932, wurde bereits ein Jahr später das erste mechanische Uhrwerk – das PUW 500 – hergestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde PUW zum größten Uhrenrohwerkehersteller in Deutschland. Die Quarzwerke wurden in den 1970er-Jahren in der Tochterfirma Porta Mikromechanik AG gefertigt. 1990 wurde PUW von der Schweizer SMH (Swatch-Group) übernommen.

Alle wesentlichen Bauteile der Aristo 250 wurden in Pforzheim oder in der näheren Umgebung der Goldstadt gefertigt. Das Roh-Zifferblatt wurde hergestellt von der Glauner Presserei und Prägeanstalt in Pforzheim. Richard Bethge hat es in seiner Manufaktur veredelt. Hansjörg Vollmer: „Die römischen Ziffern sind eine Hommage an die römischen Wurzeln der Stadt Pforzheim.“ Das lateinische Wort ‚Portus‘ (deutsch: Hafen) steckt in der ersten Silbe des Städtenamens Pforzheim.

Der aus dem Enzkreis stammende Künstler Gerhard Weiß schenkte der „Aristo 250“ ihr markantes Zifferblatt-Motiv – das Pforzheimer Waisenhaus – wo die erste Uhrenmanufaktur entstand. Als Datumsanzeige dient auf dem Zifferblatt ein Fenster dieses Gebäudes. „Weil von dem PUW-Werk gerade noch 260 Stück (zehn werden für Servicezwecke zurückgehalten) zur Verfügung standen, limitiert sich diese Edition auf 250 Exemplare“, ergänzt Vollmer.

www.aristo-watch.de