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28.12.2010

Zahlen Stromkunden zwei Milliarden Euro zu viel?

Stromkunden dürften nach einer im Auftrag der Grünen erstellten Studie im kommenden Jahr rund zwei Milliarden Euro zu viel zahlen. Das Gutachten des Energiewirtschaftlers Gunnar Harms, der auch stellvertretender Vorsitzender des Bundes der Energieverbraucher ist, komme überdies zu dem Ergebnis, dass 2010 ertragsmäßig ein Rekordjahr insbesondere für die vier großen Stromversorger wird. Nur beim Kunden würde das nicht ankommen.

Grund für die zu hohen Zahlungen seien die von 570 Versorgern angekündigten Preiserhöhungen, schreibt die «Leipziger Volkszeitung». Die höhere Umlage für Erneuerbare Energien (EEG), mit der die Preisanstiege begründet werden, ließe sich aber durch Einsparungen ausgleichen, die bisher nicht an die Verbraucher weitergegeben wurden, zitiert die Zeitung aus der Studie.

«Hier wird ein Vorwand genutzt, um ungerechtfertigte Preiserhöhungen zu kaschieren», sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Bärbel Höhn, der Zeitung. Gesunkene Beschaffungskosten würden nicht an die Kunden weitergegeben.

«Die Versorger erhöhen vielfach die Preise, um ihre Gewinne zu steigern», sagte die Energieexpertin der Grünen-Fraktion, Ingrid Nestle, der «Saarbrücker Zeitung». Laut Gutachten sei der Preisanstieg «nicht nachvollziehbar». So würden die Konzerne ihr Vorgehen mit der gestiegenen EEG-Umlage von 1,5 Cent pro Kilowattstunde zum Jahreswechsel begründen. Demgegenüber stehe jedoch «ein bislang nicht weitergegebenes, erhebliches Preissenkungspotenzial», heiße es in der Expertise. So seien unter anderem die Beschaffungskosten beim Strom seit Herbst 2008 um 30 bis 40 Prozent gesunken, aber nicht an die Stromkunden weitergegeben worden.

Im Gutachten des Energiewirtschaftlers Harms wird 2010 ertragsmäßig als Rekordjahr insbesondere für die vier großen Stromversorger bezeichnet. «Ihr gesamter Jahresgewinn dürfte bei rund 30 Milliarden Euro liegen. Nie zuvor haben sie einen höheren Gewinn eingefahren», analysiert Harms nach Angaben der «Saarbrücker Zeitung». dpa

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