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Nächsten Monat beginnen die Wahlen zum Betriebsrat.Foto: Rumpenhorst
Nächsten Monat beginnen die Wahlen zum Betriebsrat.Foto: Rumpenhorst
14.02.2018

„Zentrum Automobil“ bei Daimler wettert gegen IG Metall-Betriebsräte

Frankfurt/Stuttgart. Von Anfang März bis Ende Mai wählen sich die Belegschaften vieler privatwirtschaftlicher Betriebe einen neuen Betriebsrat. Diese Wahlen gehören zu den größten Abstimmungen des Landes, mit hoher Beteiligung und teils weitreichenden Folgen für die Beschäftigten.

Doch die Ergebnisse der alle vier Jahre durchgeführten Wahlen werden in keiner offiziellen Statistik erfasst. Selbst die genaue Zahl der privatwirtschaftlichen Betriebe, in denen die Abstimmungen bis Ende Mai stattfinden, ist unbekannt. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) geht von rund 28 000 Betrieben unterschiedlichster Größe aus, in denen die Arbeitnehmer über rund 180 000 Mandate abstimmen, was etwa der Anzahl in den Kommunalparlamenten entspricht. Nach Untersuchungen der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung wird nur eine Minderheit der Beschäftigten in Deutschland überhaupt von einem Betriebsrat vertreten. Im Westen waren es im Jahr 2014 in den Betrieben mit mehr als fünf Beschäftigten 43 Prozent, im Osten nur 33 Prozent.

Besonders schwer tun sich Belegschaften im beschäftigungsintensiven Gast- und Baugewerbe ebenso wie im Handel. In manchen Betrieben müssten aktive Personen Schikanen und Kündigungen fürchten, sagt DGB-Chef Reiner Hoffmann. Daimler hat sich beunruhigt gezeigt über Aktivitäten einer rechten Gruppierung namens „Zentrum Automobil“, die im Stammwerk Untertürkheim bereits vier Sitze im örtlichen Betriebsrat innehat. In Betrieben und im Internet trommelt die AfD-nahe Truppe gegen die IG Metall, deren Vertreter als „Co-Manager“ die Ziele der Unternehmen absicherten – angeblich gegen die Interessen der Beschäftigten.