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Die neuen Schmalganghochregale sind zehn Meter hoch und werden mit speziellen Vertikal-Kommissionierer von Jungheinrich bedient.  Foto: Vogt 
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Weihen die Schmalganghochregale bei Amazon ein: Gabelstaplerfahrerin Ezgi Omurcu, Betriebsratvorsitzender Christos Kalpakidis, Erster Bürgermeister der Stadt Pforzheim Dirk Büscher, Standortleiter Alexander Bruggner, Michael Risse, Werksleiter der Firma Jungheinrich in Karlsruhe, Frederik Penka, Senior Operation Manager bei Amazon und Gabelstaplerfahrerin Bianca Ivanovic.  Foto: Ketterl 

Zwei Millionen zusätzliche Artikel können gelagert werden: Neues Hochregallager bei Amazon

Pforzheim. Gartenmöbel, Rasenmäher, Küchengeräte, Spielzeug, aber auch Autofelgen stapeln sich in den Regalen des Logistikzentrums von Amazon in Pforzheim. Beim bundesweiten Tag der Logistik, einer Initiative der Bundesvereinigung Logistik (BVL), bekamen Besucher die Möglichkeit, hinter die Kulissen des E-Commerce-Giganten zu blicken.

An allen zwölf Logistikstandorten öffnete das Unternehmen seine Pforten. „Wir wollen uns als offener und transparenter Partner präsentieren“, sagte Standortleiter Alexander Bruggner.

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Am Tag der Logistik weiht Amazon das neue Hochregallager ein

Das Besondere am Pforzheimer Logistikzentrum: Als Referenzwerk im Amazon NonSort-Netzwerk werden hier große Artikel geliefert, verpackt und an den Endkunden verschickt. „Alles, was größer als ein Schuhkarton ist, geht von hier raus“, fügt Bruggner hinzu. Präsentiert wurde beim Logistik-Tag auch etwas Besonderes: die neuen Schmalganghochregale. Im Amazon-Universum auch „VNA“ (Very Narrow Aisles) genannt, denn das sperrige Wort kommt so manch einem schwer über die Lippen.

Die erste Bauphase ist bereits abgeschlossen. Ende Juni soll das Hochregallager fertig sein. Auf die Pünktlichkeit ist Bruggner besonders stolz. Einen Seitenhieb gegen eine berühmt-berüchtigte Dauerbaustelle kann er sich aber nicht verkneifen: „Wer den Flughafen in Berlin kennt, der weiß, wie schwer Termine einzuhalten sind. Wir werden sogar eher fertig.“

Und die Superlative gehen weiter: Durch das neue Hochregal können laut Bruggner zwei Millionen zusätzliche Artikel auf derselben Fläche eingelagert werden. Dabei wurden unter anderem rund 17 Kilometer an Regalholmen, 68 Kilometer Regalquerträger, 20.000 Schrauben verbaut und über zehn Millionen Euro in diese Umrüstung investiert. „Das ist nicht nur ein eindeutiges Bekenntnis zum Standort, sondern kommt neben den Kunden vor allem auch den Mitarbeitern zu Gute“, so Bruggner. Beispielsweise Gabelstaplerfahrerin Bianca Ivanovic. Sie freut sich über die neuen Regale. „Ich fühle mich damit sicherer“, sagt die 45-Jährige. Denn neben dem reinen Umbau wurden 115 neue Hochregalstapler des Mittelständnischen Unternehmens Jungheinrich angeschafft, die für die neuen Regalsysteme benötigt werden. So können die Regale rechts und links Mithilfe von Sensoren und Magnetfeldern nicht beschädigt werden und bringen die Mitarbeiter sicher durch – was früher schief gehen konnte, als die Gänge breiter waren, erklärt Betriebsratsvorsitzender Christos Kalpakidis. Amazon lege einen weitaus höheren Wert auf Sicherheit, als man es in Deutschland gewöhnt sei.

Dass der Gigant in Pforzheim angekommen sei, bekräftigte bei der Einweihung des Hochregals auch der Erste Bürgermeister Pforzheims, Dirk Büscher. Für solche Projekte wurde vor 20 Jahren das Gewerbegebiet Buchbusch ausgewiesen, erinnerte Büscher. „Das zeigt, wie wichtig strategische Standortentscheidungen sind, die rechtzeitig fallen müssen, um eine Perspektive für die Zukunft zu schaffen“. Die wirtschaftlichen Impulse und der Schulterschluss seien für Pforzheim und die Region wichtig. Immerhin sind laut Amazon rund 1300 Mitarbeiter beschäftigt.