Fahrrad-Demo für bei Unfall gestorbenen Radaktivisten
Für den verstorbenene Radaktivisten Mandalka wurde an der Unfallstelle ein «Ghostbike» aufgestellt.
Uli Deck/dpa
Baden-Württemberg
Analyse: Maßnahmenpaket könnte Zahl der Radtoten senken
  • dpa/pz

Stuttgart/Enzkreis. Mit einem Paket verschiedener Maßnahmen könnten aus Sicht des Verkehrsministeriums fast zwei Drittel aller tödlichen Fahrradunfälle in Baden-Württemberg verhindert werden. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung, die Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) am Mittwoch in Stuttgart vorstellte.

Durch den Ausbau von Radwegen, bessere Sicht an Kreuzungen und Einmündungen, ein Tempolimit von 80 Kilometern pro Stunde auf Landstraßen und gezielte Trainings für Radfahrer könne die Zahl der tödlichen Radunfälle rechnerisch um bis zu 60 Prozent gesenkt werden, sagte Hermann.

Zudem könnten 40 Prozent der schweren Unfälle verhindert werden. Das seien rund 1000 Schwerverletzte und 4000 Leichtverletzte. «Das sind schon erhebliche Zahlen, um die es geht», sagte Hermann.

Tödliche Radunfälle im Enzkreis

Im Jahr 2022 starben im Südwesten laut Innenministerium 75 Radfahrerinnen und Radfahrer bei Unfällen, mehr als 2000 Menschen wurden schwer verletzt. Zwei davon auch in der PZ-Region: Der wohl prominenteste Radunfall ist der von dem als "Natenom" bekannten Radaktivisten, der Ende Januar von einem Auto erfasst und tödlich verletzt wurde. Auch in Salmbach kam im August 2023 ein Radler ums Leben. In beiden Fällen ist die Unfallursache noch nicht geklärt.

In der ersten Hälfte des vergangenen Jahres ging die Zahl der tödlichen Radunfälle im Vergleich zum Vorjahreszeitraum dagegen zurück. Nach Angaben des Innenministeriums starben im ersten Halbjahr des Jahres 2023 21 Radfahrerinnen und Radfahrer bei Unfällen, im Vorjahreszeitraum waren es noch 31 gewesen.

Für die Untersuchung im Auftrag des Verkehrsministeriums hatte ein privates Forschungsinstitut rund 25.000 Unfälle analysiert und anhand von zwei Beispiellandkreisen Unfallhergang und Ursache genau untersucht.