Oberbürgermeisterwahl Rastatt
Blick auf das Rathaus der Stadt Rastatt.
Uli Deck/dpa
Baden-Württemberg
Ex-Pforzheimerin Monika Müller in Stichwahl um Oberbürgermeister-Nachfolge in Rastatt

Zum ersten Mal gibt es im Zuge einer Oberbürgermeisterwahl in Baden-Württemberg eine Stichwahl: Wer dem Rastatter Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch (CDU) im Amt folgt, entscheidet sich erst am 15. Oktober. Dann treten Monika Müller (SPD/49), die ehemalige Pforzheimer Bürgermeisterin für Bildung, Soziales und Sport (2011 bis 2018), und Michael Gaska (parteilos/36) gegeneinander an. Beim ersten Durchgang am Sonntag hatte keiner der Bewerberinnen und Bewerber mehr als 50 Prozent der gültigen Stimmen erhalten. Nach den neuen Regeln in Baden-Württemberg geht es bei der Stichwahl nur noch um die beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen im ersten Wahlgang.

Eine der beiden Kandidierenden im Kampf um den Sessel an der Rastatter Rathausspitze wird die SPD-Politikerin Monika Müller sein.
Meyer

Die ehemalige Pforzheimerin Monika Müller leitet in Wolfsburg das Dezernat für Soziales und Gesundheit, Klinikum, Sport. Für Monika Müller wäre der Wechsel zurück ins Badische auch eine Rückkehr in die alte Heimat. Die engagierte SPD-Politikerin wurde 1974 in Malsch geboren und hat viele Verbindungen nach Rastatt. Auffällig war ihr Wahlkampf in den Sozialen Medien, wo sie mit sympathischen Auftritten lokalpolitische Themen aufgriff. Ihre Botschaft: Mit neuen Ideen viel bewegen und dabei die Bürger mitnehmen.

Müller setzt im Wahlkampf auf Familienfreundlichkeit für alle Generationen – etwa in den Bereichen Bildung, Soziales und Verkehr. Gaska will die Innenstadtentwicklung zur Chefsache machen und „zusammen mit der Wirtschaftsförderung sowie dem Gewerbeverein in unserer Innenstadt einen Aufschwung einläuten“. 

Rund 38.000 Bürgerinnen und Bürger in Rastatt waren aufgerufen, ein neues Stadtoberhaupt für acht Jahre zu wählen. Neben der Wolfsburger Sozialdezernentin Müller und dem parteilosen Gaska hatten die Rastatter CDU-Fraktionsvorsitzende Brigitta Lenhard (59), der Grünen-Landtagsabgeordnete Thomas Hentschel (58) sowie der AfD-Fraktionschef im Kreistag Rastatt und Gemeinderatsmitglied Volker Kek (69) kandidiert. Der 36-jährige Gaska hat zum Thema Familienunternehmen promoviert und leitet das «Family Office Forum» in St. Gallen in der Schweiz.

Die Amtszeit von Rathauschef Pütsch endet am 16. Dezember. Der CDU-Politiker war nach 16 Jahren im Amt nicht mehr angetreten.

Bürgermeisterwahlen finden in Baden-Württemberg in der Regel unabhängig von der Wahl des Gemeinderats statt. Nur in kreisfreien Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern - Stadtkreise genannt - und sogenannten Großen Kreisstädten ab 20.000 Einwohnern werden die Rathauschefs als Oberbürgermeister/Oberbürgermeisterin bezeichnet.

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