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In der Provinz Latakia, wo im November 2015 dieses Foto eines Panzers der syrischen Armee aufgenommen wurde, soll der Verhaftete als IS-Mitglied aktiv gewesen sein.
In der Provinz Latakia, wo im November 2015 dieses Foto eines Panzers der syrischen Armee aufgenommen wurde, soll der Verhaftete als IS-Mitglied aktiv gewesen sein. © dpa-Archiv
13.09.2018

IS-Mitglied im Südwesten festgenommen - schwere Gewalttat vorbereitet

Stuttgart. Er soll Mitglied der terroristischen Vereinigungen "Islamischer Staat (IS)" und "Junud al-Sham" gewesen sein und eine "schwere staatsgefährdende Gewalttat" vorbereitet haben. Deswegen wurde nun ein 29-jähriger Deutscher festgenommen. Ermittelt wird aber auch gegen vier weitere Unterstützer, die aktuell noch nicht in Haft sind.

Wie die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart und das Landeskriminalamt Baden-Württemberg am Donnerstag in einer gemeinsamen Pressemitteilung mitteilten, hat die Generalstaatsanwaltschaft Anfang September beim Ermittlungsrichter des Oberlandesgerichts Stuttgart einen Haftbefehl gegen einen 29-jährigen deutschen Staatsangehörigen erwirkt und den Beschuldigten am Mittwoch, 12. September, in Freiburg im Breisgau festgenommen. Diese Festnahme geschah demnach durch 40 Beamte des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg und des Polizeipräsidiums Einsatz im Zuge von Durchsuchungen, die in Freiburg und im Raum Villingen-Schwenningen stattfanden.

[Erst Anfang August war ein mutmaßlicher Terrorist in Bad Wildbad festgenommen worden]

Der nun in Freiburg festgenommene 29-jährige Beschuldigte ist dringend verdächtig, sich als Mitglied der ausländischen terroristischen Vereinigungen "Islamischer Staat (IS)" und "Junud al-Sham" beteiligt und eine schwere staatsgefährdenden Gewalttat vorbereitet zu haben (§ 129a Abs. 1 Nr. 1, § 129b Abs. 1 Satz 1 und 2, § 89a StGB). Nach dem aktuellen Stand der Ermittlungen verließ er in der zweiten Novemberhälfte 2013 die Bundesrepublik Deutschland, um sich dem IS anzuschließen. Über die Türkei reiste er nach Syrien ein und hielt sich im Dezember 2013 und Januar 2014 mit anderen ausländischen Kämpfern in einem militärischen Ausbildungslager bei Aleppo auf, wo er sich im Umgang mit Waffen unterweisen ließ. Im Februar 2014 wechselte er zu der ausländischen terroristischen Vereinigung "Junud al-Sham", schloss sich dieser an und stellte sich als Kämpfer und möglicherweise als Sanitäter im Umfeld von Kampfhandlungen in der Provinz Latakia zur Verfügung. Ende des ersten Halbjahres 2014 verließ er Syrien und kehrte Anfang dieses Jahres endgültig nach Deutschland zurück. Der Ermittlungsrichter des Oberlandesgerichts Stuttgart hat daher am Mittwoch den Untersuchungshaft angeordnet. 

Verdacht gegen vier weitere Männer

Das Ermittlungsverfahren der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart richtet sich darüber hinaus gegen vier weitere Männer im Alter von 25 bis 41 Jahren. 

Einem zur Tatzeit 28-Jährigen wird vorgeworfen, sich bereits im September 2013 in Syrien als Mitglied der ausländischen terroristischen Vereinigungen "Islamischer Staat (IS)" angeschlossen zu haben. Seit Sommer 2015 ist über den weiteren Verbleib des deutschen Staatsangehörigen nichts mehr bekannt geworden, so die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart und das LKA in ihrer Pressemitteilung.

Den weiteren drei 25- bis 41-jährigen Beschuldigten aus dem Raum Villingen-Schwenningen und aus Norddeutschland wird die Unterstützung der ausländischen terroristischen Vereinigungen "Islamischer Staat (IS)" und "Junud al-Sham" von Deutschland aus durch Zurverfügungstellung von Geldbeträgen zwischen rund 100 bis insgesamt ca. 6000 Euro an den damals 28-Jährigen und den festgenommen 29-Jährigen im Zeitraum von Dezember 2013 bis zum Frühjahr 2014 vorgeworfen. Diese vier Beschuldigten befinden sich auf freiem Fuß. Wie das LKA gegenüber PZ-news erklärte, ist der Aufenthaltsort dieser Personen jedoch bekannt. Zum Teil seien sie bei den Durchsuchungen auch angetroffen wurden. Zur Nationalität dieser drei Personen konnte das LKA auf PZ-Anfrage keine Angaben machen.

Bei der Durchsuchung ihrer Wohnungen wurden zahlreiche elektronische Datenträger und schriftliche Aufzeichnungen sichergestellt. Die Beweismittel sind nun auszuwerten. Die Ermittlungen dauern an.

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