Karlsruhe. Die Zoomitarbeiter haben es schon öfter gehört, jetzt sind Laute des Karlsruher Eisbär-Babys auch für die Öffentlichkeit zu hören – in einem neuen Video des Zoos auf Facebook. Auf der Social-Media-Plattform gibt Direktor Matthias Reinschmidt regelmäßig Einblicke in die aktuelle Situation von Eisbärin Nuka und ihrem Nachwuchs. Die Videos werden hundertfach kommentiert.
In dem rund zweiminütigen Clip von Dienstagnachmittag steht Reinschmidt unter anderem vor der Anlage von Eisbär-Vater Kap und spielt die Stimme des kleinen Eisbären vom Handy ab. Aufgenommen wird das Ganze über Kameras an der Eisbären-Anlage, die Übertragung können Reinschmidt und einige seiner Kollegen im Zoo auf dem Smartphone verfolgen – was er auch sehr häufig am Tag neugierig tue, wie der Zoodirektor Mitte Dezember im Gespräch mit PZ-news verriet. Zu sehen ist auf den Kameras zwar nur Mutter Nuka, die ab und an zum Wassertrinken aufstehe und die Höhle verlasse – zu hören ist aber auch der Nachwuchs.
Anhand der Geräusche geht der Zoo wie berichtet seit einiger Zeit davon aus, dass nur eines der ursprünglich zwei im November geborenen Babys noch am Leben ist. Bis Mutter und Kind die Höhle einmal verlassen werden, vergehen voraussichtlich aber noch einige Wochen. Reinschmidt nannte beim vergangenen Gespräch mit PZ-news Anfang März als ein realistisches Datum. Dann wäre das Jungtier vier Monate alt. "Wir brauchen Geduld, Geduld und noch einmal Geduld", sagte der Leiter des Zoologischen Stadtgartens damals: "Aber keiner hat so wenig Geduld wie der Zoodirektor."


Eis, Eis, Eisbär-Baby! Im Karlsruher Zoo macht sich langsam Optimismus breit
Aktuell ist der Nachwuchs rund 70 Tage alt. Einige Hürden hat er damit bereits genommen. Zwar ist die Sterblichkeitsrate von Eisbären-Babys allgemein hoch. Die ersten zehn Tage stellen dabei aber das größte Risiko dar. Und nun hat der Nachwuchs auch noch die Silvesternacht gut überstanden, trotz Feuerwerks. Zuvor hatte der Zoo auf Facebook in einem Videoaufruf darum gebeten, sich rund um die Anlage mit Böllern zurückzuhalten. "Wir haben den Eindruck, dass sich einige daran gehalten haben", so Reinschmidt. Feuerwerk habe es natürlich trotzdem gegeben, aber "Nuka und der Nachwuchs haben das ganz gut überstanden". So langsam steige der Optimismus, den kleinen Eisbären durchbringen zu können.

