Unser Archivbild zeigt Blockierer der Rettungsgasse auf der A5. 

Lkw brennt auf der A5 und über 100 Fahrzeuge blockieren Rettungsgasse

Bruchsal. Ein auf dem Standstreifen zwischen den A5-Anschlussstellen Bruchsal und Karlsruhe-Nord brennender Lkw sorgte am Mittwochmorgen auf der A5 für einen langen Stau. Beamte der Verkehrspolizei des Video- und Messdienstes nahmen dies zum Anlass, die Einhaltung der Rettungsgasse zu überwachen – mit einem erschreckenden Ergebnis.

Zwischen 8.45 Uhr und 09.30 Uhr stellten die Verkehrspolizisten zwischen den Anschlussstellen Kronau und Bruchsal 62 Autos und 48 Schwerfahrzeuge fest, die die Rettungsgasse nicht gebildet hatten. 16 Autos sowie 12 Schwerfahrzeuge nebst zwei Omnibussen behinderten gar die Rettungsfahrzeuge. Hierzu beträgt die zu erwartende Bußgeldhöhe insgesamt rund 33.000 Euro, vorausgesetzt, alle Verstöße können beispielsweise auch im Ausland verfolgt werden.

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass es für größere Rettungsfahrzeuge von Feuerwehr und Rettungsdiensten unmöglich gewesen wäre, die Rettungsgasse zu befahren. Selbst mit dem Auto war die Durchfahrt teilweise bis auf wenige Zentimeter links und rechts neben den Außenspiegeln verengt.

Immerhin ein kleiner Trost: Bei Staubildungen auf der A5 in der Gegenrichtung sei die Rettungsgasse indessen überwiegend eingehalten worden. Dort wurden daher keine entsprechenden Überwachungsmaßnahmen durchgeführt.

Nicht zum ersten Mal A5 im Visier der Polizei

Am 25. Juli kam es auf der A5 zu einem schweren Auffahrunfall mit vier beteiligten Lkws. Insgesamt verhinderten 181 Fahrer ein reibungsloses Durchkommen der Polizei- und Hilfsfahrzeuge. Die Verstöße begingen 106 Autofahrer, 45 Sattelzug-Fahrer sowie 30 Lkw-Fahrer. In sechs Fällen kam es zu erheblichen Behinderungen.

Am gleichen Tag gab es auf der A8 bei einem Unfall ebenfalls eine Überprüfung mit dem Videomesstrupp. Hier wurden 96 Fahrer mit einem Verstoß gegen die Rettungsgasse entdeckt, von denen sechs Fahrer den Verkehr behinderten und ebenfalls neben zwei Punkten und einer Geldstrafe von 240 Euro einen Monat lang auf ihren Führerschein verzichten müssen. Noch teurer wird es wohl für den Autofahrer werden, der sich bei Karlsbad-Langensteinbach in der Rettungsgasse auf seinem heruntergelassenen Fahrersitz zum Schlafen abgelegt hatte und von Polizeibeamten geweckt werden musste.

Polizisten zu Fuß über blockierte A31

Besonders krass wirkte sich das Fehlverhalten der Autofahrer im Juni auf der A31 in Nordrhein-Westfalen aus. Wegen einer fehlenden Rettungsgasse mussten Polizisten 1,5 Kilometer zu Fuß zu einer Unfallstelle laufen. Dort war ein Tanklastzug in Brand geraten. Weil keine Rettungsgasse gebildet wurde, erreichten Rettungskräfte den Einsatzort demnach nur mit erheblicher Verzögerung. Die Feuerwehr nutzte für die Anfahrt die Gegenfahrbahn der A31.

Was zahlen Rettungsgassen-Sünder?

Ein Verstoß gegen die Rettungsgasseregeln kostet zwei Punkte in der Verkehrssünderkartei plus ein einmonatiges Fahrverbot plus im einfachsten Fall 200 Euro. Je nach Behinderungs- oder Gefährdungsgrad können es auch 320 Euro werden. Gaffer, die extra langsam am Unfallort vorbeifahren, um mit dem Handy zu filmen, müssen mit einem Punkt und 100 Euro rechnen.

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