Roßdorf/Stuttgart. Wegen zahlreicher Autoaufbrüche in Hessen und Baden-Württemberg hat die Polizei zwei 17 und 20 Jahre alte, aus Litauen stammende Männer im südhessischen Roßdorf festgenommen.
Es könne sich um professionell agierende Täter handeln, teilte das Polizeipräsidium Südhessen am Donnerstag mit. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Darmstadt seien die Männer in Untersuchungshaft gebracht worden.
Bei der Festnahme Ende Oktober im Landkreis Darmstadt-Dieburg und der Durchsuchung sei im Keller eines Mehrfamilienhauses umfangreiches Diebesgut gefunden worden, hieß es. Zehn Lenkräder, 17 Airbags, acht Festnavigationsgeräte, sieben Bildschirme, sieben Bordcomputer, Tachoeinheiten und Schalthebel stellten Beamte bei dem Einsatz unter anderem sicher. Im Rahmen der anschließenden Ermittlungen konnten mehrere Gegenstände bislang 16 Autoaufbrüchen zugeordnet werden. Die Tatorte, an denen hochwertige Fahrzeuge der Marken BMW, Mercedes-Benz, Audi und VW im Visier waren, liegen in Hessen und Baden-Württemberg. Der Gesamtschaden für diese Fälle liegt bei circa 100.000 Euro.
Da noch nicht alle Objekte zweifelsfrei zugeordnet wurden, gehen die Beamten jedoch von einer größeren Anzahl an gleichgelagerten Taten aus. Die Ermittlungen hierzu dauern noch an. Ebenfalls in amtliche Verwahrung kamen drei Mountainbikes, die vermutlich auch aus Straftaten stammen. Sie konnten noch nicht zugeordnet werden. Zeugen, denen diese Räder bekannt vorkommen, werden gebeten, sich unter Telefon (06151) 969-0 bei der Polizei zu melden.
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Autoknacker: Wer klaut wann und wie?Immer wieder werden in der Region Autos aufgebrochen, die Lenkräder geklaut, Navigationsgeräte ausgebaut oder die Fahrzeuge verschwinden komplett. Zuletzt wurden in einem Pforzheimer Autohaus 13 BMW aufgebrochen. Im Mühlacker Wohngebiet Stöckach wurden einmal in einer Nacht gleich sieben Fahrzeuge aufgebrochen. In Neulingen-Bauschlott waren einst in einer Nacht vier BWM und ein Mercedes, aus denen die Navigationsgeräte gestohlen wurden. Wer steckt hinter den Taten? Laut Ralf Minet, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Karlsruhe, sind für die Autoaufbrüche in der gesamten Region meist osteuropäische Banden verantwortlich. „Das sind Profis, die genau wissen, was sie tun. Sie schlagen schnell und zielstrebig zu und bringen die Beute schnell außer Landes.“ Dort, so Minet, werde diese dann über Händler oder das Internet weiterverhökert. Wo sind die Schwerpunkte? Von konkreten Schwerpunkten zu sprechen, sei schwierig, sagt Minet. Denn die Banden zögen „heuschreckenartig“ durch die Lande und schlügen mal hier, mal dort zu. Anders als bei Wohnungseinbrüchen, bei denen die Zahl in den Herbst- und Wintermonaten besonders hoch sei, hätten die Autoknacker zudem das ganze Jahr über Konjunktur. Welche Fahrzeuge sind betroffen? Meistens handelt es sich um hochwertige Modelle der Marken BMW oder Mercedes. Wie gehen die Diebe vor? Zunächst werden Straßenzüge oder abgelegene Autohäuser ausgekundschaftet, dann wird – häufig in der Nacht – zugeschlagen. Wie Polizeisprecher Minet betont, seien die Täter in Gruppen unterwegs, einige stehen Wache, einige knacken die Autos und montieren Navigationsgeräte und Lenkräder ab. Wenn Scheiben eingeschlagen werden, geschieht dies meistens so, dass die Diebe diese vorher abdämmen, um weniger Lärm zu verursachen. Weshalb versuchen die Banden nicht, die Autos zu klauen? Auch dies kommt vor, jedoch seltener. Kleinteile lassen sich leichter ins Ausland schaffen, zudem können moderne Fahrzeuge nicht mehr ohne weiteres kurzgeschlossen werden. Es gibt jedoch auch Einbrecher, die es gezielt auf Fahrzeuge abgesehen haben. Diese brechen dazu in die Häuser ein, stehlen den Schlüssel und fahren mit dem Auto davon. Insbesondere Fahrzeuge, deren Wert im sechsstelligen Bereich liegt, seien von dieser Vorgehensweise betroffen. Was ist zu tun, wenn man Täter ertappt? Auf keinen Fall den Helden spielen, warnt Minet. Man wisse nie, wie aggressiv die Verbrecher seien, im schlimmsten Fall bestehe Lebensgefahr. Stattdessen solle man sofort die Polizei verständigen und – falls die Täter fliehen – möglichst genau beobachten, wie die Täter aussehen und wohin sie sich entfernen. Wie ist die Aufklärungsquote? Wie bei Einbruchsdelikten üblich, ist diese nicht hoch. Zwar versucht die Polizei mithilfe von Computerexperten insbesondere den Hintermännern, die die Ware verkaufen, auf die Schliche zu kommen. Doch dies gestaltet sich schwierig. „Dabei ist jeder Einbruch einer zu viel“, betont Minet. --- max |


Diebesbeute mutmaßlicher litauischer Autoknacker
Wegen zahlreicher Autoaufbrüche hat die Polizei zwei 17 und 20 Jahre alte, aus Litauen stammende ...

