Nach dem Brand des Drei-Sterne-Restaurants «Schwarzwaldstube» im baden-württembergischen Baiersbronn will Hotelchef Heiner Finkbeiner schnell einen Ersatz anbieten. Foto: dpa
Das Drei-Sterne-Restaurant "Schwarzwaldstube" in Baiersbronn ist bei einem Brand in der Nacht zu Sonntag nach Angaben der Feuerwehr komplett zerstört worden. Eine Suche nach der Ursache des Brandes ist zunächst nicht möglich. Foto: dpa
Das Drei-Sterne-Restaurant "Schwarzwaldstube" in Baiersbronn ist bei einem Brand in der Nacht zu Sonntag nach Angaben der Feuerwehr komplett zerstört worden. Eine Suche nach der Ursache des Brandes ist zunächst nicht möglich. Foto: dpa
Baden-Württemberg
Nach Feuer im Drei-Sterne-Restaurant "Schwarzwaldstube": Hotelchef kündigt Zwischenlösung an - Ursache weiterhin unbekannt
  • dpa/juw

Baiersbronn. Am Tag nach dem verheerenden Brand im Drei-Sterne-Restaurant "Schwarzwaldstube" im baden-württembergischen Baiersbronn ist die Ursache weiter unklar. Ermittler und Sachverständige konnten die Ruine des rund 230 Jahre alten Gebäudes am Montag nicht betreten. Zwar war das Feuer in dem Stammhaus des Hotels Traube Tonbach nach einem mehr als 24 Stunden dauernden Einsatz gelöscht. Wegen Einsturzgefahr konnte die Ruine jedoch nicht betreten werden. "Es ist zu gefährlich", sagte der Kommandant der Baiersbronner Feuerwehr, Martin Frey. Indessen kündigt der Hotelchef Heiner Finkbeiner schnellen Ersatz an.

Die Brandmeldeanlage hatte in der Nacht zu Sonntag angeschlagen. Beim Eintreffen der Feuerwehr stand das weitgehend aus Holz gebaute mehrstöckige Haus bereits voll in Flammen. Am Vormittag hatten rund 150 Einsatzkräfte den Brand unter Kontrolle gebracht und ein Übergreifen auf ein angrenzendes Haus des Hotels verhindert. Doch immer wieder loderten Flammen auf, zuletzt um 4.30 Uhr in der Nacht zu Montag, wie Frey sagte. Die Feuerwehr sei zu diesem Zeitpunkt noch mit 50 Einsatzkräften am Brandort gewesen und habe die Zahl erst am Morgen auf zehn reduziert. Immer wieder seien Teile des Daches und der Decken eingestürzt.

Wie ein Sprecher der Polizei am Montag im Gespräch mit der "Pforzheimer Zeitung" erklärte, waren am Montagorgen zunächst keine Beamten der Polizei mehr vor Ort. Die Anlage sei noch am Sonntagabend gesperrt und gesichtert worden. Eine konkrete Aussage zur Brandursache seitens der Polizei erwartet der Sprecher an diesem Feiertag allerdings nicht mehr. 

Wasserversorgung aus einem Bach

Wo genau in dem großteils hölzernen Gebäude der Brand ausgebrochen war, bevor der Alarm um kurz nach 3 Uhr bei der Feuerwehr einging, ist nicht klar. Als die ersten Kräfte eintrafen, hatte sich das Feuer bereits stark ausgebreitet. Weil die Wasserversorgung über die örtlichen Leitungen zum Löschen nicht ausreichte, pumpte die Feuerwehr Wasser aus einem im Talgrund fließenden Bach über lange Schlauchverbindungen zum Brandort. Die Berufsfeuerwehr Karlsruhe unterstützte die Arbeiten mit einem speziellen Teleskopausleger-Fahrzeug. So konnten die immer wieder auflodernden Brandnester von oben durch das zerstörte Dach und die eingestürzten Zwischendecken gelöscht werden.

Neues aufbauen

Hotelchef Heiner Finkbeiner will schnell einen Ersatz anbieten. Das kündigte er am Montagnachmittag an. "Wir werden eine Zwischenlösung finden, in der wir auf hohem Niveau kochen", sagte er. Es solle eine Interimslösung sein. Wenn alles nach Plan laufe, könne bereits übernächste Woche die Brandruine des rund 230 Jahre alten Stammhauses des Hotels Traube Tonbach in Schwarzwald abgerissen werden. "Wir werden dort Neues aufbauen, wieder mit einem Top-Restaurant und wieder mit einer Bauernstube", sagte Finkbeiner.

Der Unternehmenschef sprach von einer bereits wieder sehr guten und optimistischen Stimmung bei den Mitarbeitern. Er berichtete von zahlreichen Gäste-Reaktionen aus dem In- und Ausland. "Es hilft nicht, aber es berührt einen und treibt einen zum Weitermachen."

Die "Schwarzwaldstube" gehört zu den renommiertesten Restaurants in Deutschland. Unter Küchenchef Harald Wohlfahrt erhielt das Haus 25 Jahre lang ununterbrochen drei Sterne des Restaurantführers "Guide Michelin". Auch nach dem Wechsel zu Torsten Michel im Jahr 2017 behielt das Gourmetrestaurant seine drei Sterne.