Die ersten Schritte im neuen Zuhause: Saida erkundet die Umgebung.
Timo Deible/Zoo Karlsruhe
Baden-Württemberg
Neue Bewohnerin im Zoo: Größte Elefantenkuh Deutschlands in Karlsruhe eingetroffen
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Karlsruhe. Der Karlsruher Zoo hat am Mittwochmorgen Zuwachs bekommen. Aus dem Leipziger Zoo zog die 48 Jahre alte Elefantenkuh Saida in die Altersresidenz für Asiatische Elefanten in der Fächerstadt.

Der Dickhäuter war am Dienstag in Leipzig verladen worden und hatte in einem auf einem Tieflader befestigt Container die Reise ins Badische angetreten. Die Fahrt verlief ohne Probleme, der Lkw kam gut durch und konnte bereits mitten in der Nacht in den Zoo einfahren.

So reist ein Elefant: im Container auf einem Tieflader. Am frühen Morgen konnte der Container per Spezialkran angehoben werden.
Maike Franzen/Zoo Karlsruhe

Mit einem Gewicht von 4,6 Tonnen und einer Schulterhöhe von 2,93 Metern ist Saida die größte in Deutschland lebende Elefantenkuh. In Karlsruhe trifft sie auf Jenny. Das 38 Jahre alte Rüsseltier ist seit dem Tod von Publikumsliebling Nanda im August der einzige Bewohner der Altersresidenz.

Verladung mit Spezialkran

Mit Hilfe eines Spezialkrans konnte der Container mit Saida an Bord vom Tieflader angehoben und über das Dach des Elefanteninnengeheges direkt vor dem großen Tor zur Außenanlage abgesetzt werden.

Zwei Tierpfleger aus Leipzig waren ebenfalls mit nach Karlsruhe gereist und werden dort einige Tage bleiben. Mit ihrer Hilfe ließ sich Saida gut aus dem Container herausdirigieren und in den vorbereiteten Stallteil führen.

Mit dem Spezialkran schwebt der Container samt Elefantenkuh Saida über das Dach des Elefanteninnengeheges.
Maike Franzen/Zoo Karlsruhe

"Hier kann sie sich die nächsten Tage eingewöhnen und erst einmal zur Ruhe kommen", berichtete Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt, der sich sehr froh darüber zeigte, dass die Ankunft der neuen Bewohnerin so problemlos verlaufen war.

Zeit für Eingewöhnungsphase

Eine direkte Zusammenkunft mit Elefantenkuh Jenny, die bereits seit 2009 in Karlsruhe lebt, wird es vorerst nicht geben. Beide Tiere gelten als sehr freundlich den Menschen gegenüber, aber auch als recht dominant und schwierig in ihrem Sozialverhalten gegenüber anderen Elefanten. "Wir nehmen uns alle Zeit, die notwendig ist, dass sich die Elefanten an die neue Situation gewöhnen können", betonte Reinschmidt.

Zwar kennen sich Saida und Jenny aus ihrer gemeinsamen Zeit im Tierpark Hagenbeck. Dort standen sie aber aufgrund ihres Verhaltens nicht zusammen, sondern entweder beim Bullen in dessen separater Anlage oder in einem eigenen Stallteil.

"Wir hoffen dennoch, dass sich zwischen den beiden Tieren mit der Zeit eine Zweckgemeinschaft bildet, bei der sie auch gemeinsam auf der Anlage stehen können", erklärte Zootierarzt Dr. Marco Roller.

Falls dies nicht funktioniere, besteht auf der Karlsruher Anlage die Möglichkeit, die Außenanlage in der Mitte zu teilen und so beiden Tieren gleichzeitig den Aufenthalt draußen zu ermöglichen. Dabei ist auch jederzeit Rüsselkontakt der Elefanten möglich, es müsste also auch in diesem Fall kein Tier isoliert stehen.

Altersresidenz als besonderes Tierschutzprojekt

"Wir sehen es auch als Aufgabe unserer Altersresidenz an, uns um solche Elefanten zu kümmern", sagte Reinschmidt. Für solche Individuen sei in den sonst üblichen Herdenhaltungen keine Möglichkeit der Unterbringung.

Mit der Altersresidenz für Asiatische Elefantenkühe wurde im Masterplan des Zoologischen Stadtgartens Karlsruhe ein besonderes Tierschutzprojekt verankert. Es ist das erste Projekt seiner Art in Europa. Es können neben Zooelefanten auch Zirkuselefanten aufgenommen werden.

Die Anlage ist speziell auf die Bedürfnisse älterer Tiere ausgerichtet. So besteht in der Innenanlage die Möglichkeit, dass sich Tiere, die nicht mehr abliegen können, an großen Stämmen Kopf oder Po auflegen und sich somit beim Schlafen im Stehen besser entspannen können. Auch ist eine Wand im Haus beheizt, so ist es Elefanten auch im Winter angenehm, sich dort anzulehnen.

Ab Donnerstag besteht für die Zoogäste die Möglichkeit, Saida von außen über die große Einsichtscheibe am Innenteil der Elefantenanlage zu sehen.