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Zur Zeit geöffnet: Die Ausstellung im Schauwerk Sindelfingen „Love Stories“ – unter anderem mit Werken von Jacob Hashimoto (vorne), Jonathan Meese und Yasumasa Morimura (rechts). K 

Ans Herz gewachsen: Schauwerk Sindelfingen zeigt Lieblingswerke der Mitarbeiter

Sindelfingen. In den vergangenen zehn Jahren ist im Schauwerk Sindelfingen viel passiert: Insgesamt 25 Gruppen- und Einzelausstellungen wurden in dem Museum für zeitgenössische Kunst mit der hochkarätigen Kunstsammlung von Peter Schaufler und Christiane Schaufler-Münch realisiert. Noch bis 24.April kommenden Jahres blickt die Einrichtung zurück: mit der Ausstellung „Love Stories“, die zum Jubiläum Lieblingswerke der Museumsmitarbeiter aus der vergangenen Dekade vereint. Insgesamt sind 23 Künstler und Künstlerinnen mit einer oder mehreren Arbeiten vertreten. Der Bogen spannt sich dabei von Werken, die in der Eröffnungsschau zu sehen waren, bis hin zu jüngst gezeigten Arbeiten, darunter Skulpturen, Malerei, Installationen und Lichtkunst.

Farbenfroh, dynamisch, aber auch meditativ geht es im ersten Ausstellungsraum zu. Die intensiv orange fluoreszierende Acrylglasskulptur „Ohne Titel“ (Perspex Sculpture) von John M. Armleder ist an verschiedenen Stellen abgeknickt und lässt an gefaltetes Papier denken. Die Transparenz des Materials ermöglicht den Blick auf den Umraum und auf weitere Kunstwerke wie die Skulptur „I Saw the Figure 5 in Gold“ (2005) von Andy Ouchi. Diese besteht aus einer mehrfach in sich verschachtelten Ziffer fünf aus Birkenholz, gefasst mit Blattgold und Spiegeln.

Farbe in unterschiedlichen Facetten und Nuancen ist zentrales Thema der meditativen vierteiligen Kissenarbeit „Entretiens des Couleurs“ (1999/2000) von Gotthard Graubner. Auch bei Kenneth Nolands Gemälde „Sea Wise“ (1969) steht das Erleben der Farbe, die Form und Inhalt zugleich ist, im Zentrum. Helen Frankenthaler verbindet in ihrem Gemälde „Ramparts“ (1970) die Farbfeldmalerei mit dem abstrakten Expressionismus. Für die Arbeit „Put Out More Flags“ (2005) kombinierte David Salle Motive aus Softpornografie, Populärkultur und Kunstgeschichte: Eine bunte Collage aus Mustern und Einzelmotiven wurde in unterschiedlichsten Techniken auf die Leinwand gebracht. Die Grenze zwischen Figuration und Abstraktion lotet Sue Williams mit ihrem Gemälde „Butt and Shelter“ (1999) aus. Einen senkrechten dynamischen Riss in glänzend rotem Stanniolpapier zeigt die Lieblingsarbeit von Peter Schaufler „Concetto spaziale“ (1961) von Lucio Fontana.

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Bildergalerie

Ausstellung "Love Stories" im Schauwerk Sindelfingen

Die Raumplastik „1975/39“ Norbert Krickes entfaltet mit ihrer einfachen, scheinbar unprätentiösen weißen Linie eine beeindruckende Präsenz in einem Ausstellungsraum, der nur mit weißen und schwarzen Werken bestückt ist. Leicht und schwerelos wirkt die reduzierte Form und weckt den Eindruck einer in den Raum übertragenen Zeichnung. Schwarz, dynamisch und kraftvoll erscheint „Heroes & Villains“ (2013) von Jason Martin. Der Künstler ist bekannt für seine expressive monochrome Malerei, in der dick aufgetragene Farbe über den Bildträger getrieben wird. Im gleichen Raum streckt Albert Einstein dem Betrachtenden frech die Zunge heraus. Dass es sich nicht um das Original handelt, ist erst beim genauen Betrachten der Schwarz-Weiß-Aufnahme zu erkennen. Vielmehr hat sich Yasumasa Morimura in der Rolle des berühmten Physikers selbst porträtiert. Daneben hängt Johathan Meeses großformatiger „Erzwächter Hagen von Tronje“ (2004).

Ein Hauch von Glamour dank Marylin Monroe

In der dritten Etage erinnert Nam June Paiks „TV Cello“ (1996) an die Anfänge der Medienkunst. Es besteht aus einem Holzquader, auf dem drei TV-Geräte in Acrylgehäusen angeordnet sind. Sie formen den Corpus eines Cellos, wobei die transparenten Gehäuse Technik und Funktion der Fernseher offenlegen. Russel Youngs Doppelbildnis von Hollywood-Star Marylin Monroe verströmt einen Hauch von Glamour.

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In die Welt des schönen Scheins entführen auch die Inszenierungen der Mode- und Luxusartikel von Sylvie Fleury. Schwarze Highheels erhalten durch eine Bronzefassung und die Positionierung auf einem Spiegelpodest den Status einer Ikone der Konsumwelt. Eine glänzende Skulptur aus Edelstahl – aus Ellipsen in zahlreichen Schichten mit Vor- und Rücksprüngen – windet sich in der Mitte des Raumes in die Höhe. Tony Craggs leicht und tänzerisch wirkende Arbeit „Runner“ (2011/12) erinnert an organische Strukturen oder Mikroorganismen. Unmittelbar und faszinierend öffnet sich ein konkav gewölbter, mit tiefschwarzer Pigmentschicht überzogener Hohlkörper. „Mother as a Ship (No. 2)“ des Künstlers Anish Kapoor zieht mit unglaublicher Energie magisch an.

Das Schauwerk Sindelfingenkann bei vorheriger Anmeldung samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr besucht werden. Weitere Infos unter www.schauwerk-sindelfingen.de