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Stefan Förster moderierte erst kürzlich die Mitgliederversammlung des Fördervereins Ornamenta im Netz, bei der über die Zukunft der Ornamenta diskutiert wurde.  Foto: Morit 

Ausschüsse bringen Ornamenta in Pforzheim an den Start

Pforzheim. Manchmal können Gemeinderäte die Verwaltung doch überraschen: Zu Beginn der gemeinsamen Sitzung von Kulturausschuss sowie des Ausschusses für Wirtschaft und Digitalisierung ist Oberbürgermeister Peter Boch noch unentschlossen, ob er denn über die „vorbereitenden Maßnahmen zur Durchführung der Ornamenta im Jahr 2024“ abstimmen lassen soll. Oder doch lieber die Gemeinderatssitzung in der kommenden Woche abwarten? Nein, geben ihm die anwesenden Rätinnen und Räte zu verstehen. Und sind ohne Gegenstimme und bei nur drei Enthaltungen für die Pläne, die das Kulturdezernat für die nahe Zukunft hegt.

Welche das sind? Zum einen die Gründung des OrnamentaWerkBunds e. V., der in die Gründung der Ornamenta GmbH mündet. Und der zeitnah unter Einbeziehung des Gemeinderats einen Kurator beruft. Der kostet natürlich auch Geld. Für ihn – oder sie – sowie die Entwicklung der Ornamenta-Idee veranschlagt die Stadt von 2021 bis 2024 einen jährlichen Grundzuschuss von 355.000 Euro, der im Jahr 2023 auf 810.000 Euro aufgestockt wird. Gesamtsumme: 1.875.000 Euro. Die ist im Haushalt, der in der kommenden Woche beraten wird, bereits eingestellt. Und so erübrigt sich auch die kurz aufflammende Diskussion, ob über die Ornamenta-Gelder erst nach dieser wichtigen Sitzung entscheiden werden sollte.

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Ornamenta diskutiert über Zukunft: Entscheidung fällt erst im nächsten Jahr

Viel Zustimmung und Lob gibt es für die engagierte Rede von Kulturbürgermeisterin Sibylle Schüssler, die ihre Ornamenta-Sicht klar definiert. Unter anderem als wichtiges kultur- und wirtschaftspolitisches Projekt, das auch die Jugend einschließt, mit Standorten im Reuchlinhaus, dem Alfons-Kern-Turm, dem Victor-Rehm-Gebäude und dem Kohlebunker. Die Ornamenta sei mehr als eine Aneinanderreihung von Ausstellungen und Veranstaltungen.

„Lassen sie uns Pforzheim mit einem mutigen und krachenden Ausrufezeichen auf die Landkarte bringen.“

Einig sind sich dann auch alle, dass gerade jetzt der exakt richtige Zeitpunkt sei. „Unter den geänderten Vorzeichen brauchen wir eine Ornamenta mehr denn je“, sagt CDU-Stadtrat Andreas Sarow und wünscht sie sich eigentlich schon zeitnaher. Auch AfD-Stadtrat Norbert Sturm kann in diesem „vorsichtigen Herantasten“ nur Positives sehen. Er unterstreicht, dass dem Gemeinderat idealerweise gleich drei mögliche Kuratoren präsentiert werden. „Darunter auch gerne eine Kuratorin“, fügt Annkathrin Wulff von der SPD an. Axel Baumbusch (Grüne Liste) steht wie die meisten seiner Ratskollegen der GmbH-Gründung positiv gegenüber – allein schon aus Gründen der finanziellen Haftung. Er geht allerdings mit der Beilage, die auch den OrnamentaWerkBund definiert, ins Gericht: „Da hätte ich mir mehr an Inhalt erwartet als die Aneinanderreihung von teilweise auch Floskeln.“ Er ist sicher, dass sich auch die Kultur nach Corona stark gewandelt haben wird, und der Weg zur Ornamenta diesen Transformationsprozess dringend beinhalten muss.

Freude auf die kommende Ornamenta herrscht quer durch die Fraktionen, beim Jugendgemeinde- und Kulturrat sowie bei Philipp Bauknecht vom Unternehmerbeirat. Diese Sitzung zeigt ganz klar: Die Ornamenta kann kommen.

Sandra Pfäfflin

Sandra Pfäfflin

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