Pforzheim. So viele Leute hat der Messplatz schon lange nicht mehr gesehen – mit großem Erfolg aber trotzdem beinahe geräuschlos ist das Pforzheimer Autokino der Kooperationspartner Kommunales Kino Pforzheim, Pforzheimer Kinobetriebe und Kfz-Innung Pforzheim-Enzkreis an den Start gegangen. Am Freitagabend haben sowohl die Organisatoren als auch die Gäste mit Vorfreude den Auftakt der neuen Veranstaltung erwartet.

Autokino in Pforzheim eröffnet – so lief die Premiere
„Es war stressig bis zum Schluss, aber wir sind heute Abend ausverkauft“, sagte Michael Geiger, Chef der Pforzheimer Kinobetriebe. „Das haben wir alles in zwei Wochen aus dem Boden gestampft. Ohne Unterstützung der Stadt Pforzheim hätten wir das aber nicht geschafft.“ Am ersten Abend hatte Geiger seine Mitarbeiter von Cineplex und Rex dabei, die zusammen mit dem Team vom Kommunalen Kino und den Helfern der Kfz-Innungsbetriebe für einen reibungslosen Ablauf sorgten. Als die ersten Fahrzeuge über die Simmlerstraße anfuhren, war es noch hell und die riesige Leinwand im hinteren Bereich des Messplatzes leuchtete weiß gegen den langsam dunkler werdenden Himmel an. „Die Leute sind ausgehungert nach Kultur“, sagte Alexander Weber vom Kulturamt. „Wir sind natürlich froh über die Initiative und haben das Autokino gerne unterstützt.“


"Känguru-Chroniken" auf dem Messplatz: Autokino in Pforzheim gestartet
Bei der Einfahrt fuhren einige Gäste zur Ausgabe, wo sie ihre bereits bei der Buchung der Eintrittskarte vorbestellten Snacks und Getränke abholen konnten. „Voll gut, dass es in Pforzheim sowas gibt“, sagte Tanja Ali aus Mühlacker, die sich mit ihren beiden Kindern Nelly (10 Jahre) und Samy (7 Jahre) auf den Film Känguru-Chroniken freute. „Endlich mal wieder raus“, ist Petra Schmidt aus Pforzheim erleichtert über die Abwechslung nach Wochen im Homeoffice. Das sahen auch Tina und Steve Wolff aus Pforzheim so. „Der Film war zunächst zweitrangig, Hauptsache man kommt mal wieder raus“ sagten sie.
„Im Jahr 2011 haben wir zur Veranstaltung Motorissimo schon einmal den Messplatz als Autokino bespielt“, erinnerte sich Christine Müh, Geschäftsführerin des Kommunalen Kinos Pforzheim. „Das Setting war damals kleiner und auch gut besucht.“ Sie verriet, dass das Autokino an jedem Abend zunächst bis Anfang Juni geplant ist und sogar bis Mitte September angemeldet wurde. „Je nachdem, wie sich die Situation weiter entwickelt“, sagte sie.


Letzte Vorbereitungen laufen: Autokino auf dem Messplatz in den Startlöchern
Außerdem komme es auch auf das Benehmen der Besucher an, die sich einerseits wegen der Corona-Lage und andererseits zum Lärmschutz der Anwohner an klare Regeln halten müssen. Dazu gehört unter anderem, möglichst nicht aus dem Auto auszusteigen, ein Fenster zum Lüften nur etwa zehn Zentimeter zu öffnen und vor allem nicht hupen. Diese und weitere Regeln wurden bei zunehmender Dunkelheit auf der acht Meter hohen und 15 Meter breiten Leinwand sichtbar, die am Kran von Familie Hudelmaier in etwa 40 Metern Höhe im hinteren Bereich des Messplatzes hängt. „Wir haben bei der Generalprobe lange herumgedoktert, wie hoch die Leinwand hängen muss, damit man von hinten gut sieht und die Vorderen nicht direkt an der Frontscheibe kleben müssen“, erklärte Timo Gerstel, Obermeister der Kfz-Innung und als Techniker beim Open-Air-Kino des kommunalen Kinos für den Filmprojektor verantwortlich.
Als gegen 21 Uhr die Werbung startete, kamen schon die ersten Gäste mit Fragen auf die KFZ-Fachleute zu. Da der Ton über eine eigene Frequenz auf die Autoradios gesendet wird, merkten die ersten Fahrer, dass die Autos nach kurzer Zeit in den Eco-Modus schalteten und das Radio ausging. Die Fachleute wussten schnell Rat. Als der Film begann, war es dann fast schon gespenstisch ruhig auf dem Platz, nur gelegentlich drang heiteres Lachen aus den Fahrzeugen.
So geht es diese Woche weiter
Drei Frauen. Vier Männer. Sieben Telefone. Am Montagabend startet die Ensemblekomödie „Das perfekte Geheimnis“ mit Elyas M’Barek und Karoline Herfurth um ein Dinner unter Freunden, in dem Geheimnisse offenbar werden. Am Dienstag zeigt das Autokino die Verfilmung der Autobiografie von Hape Kerkeling. „Der Junge muss an die frische Luft“ schildert sein Aufwachsen im Ruhrpott zwischen Eltern, Großeltern und diversen Tanten. Am Mittwoch gibt es mit Elyas M’Barek, Palina Rojinski und Frederick Lau angesagte Schauspieler in einem Film zwischen Romantic Comedy und Gangster-Komödie zu sehen: „Nightlife“ trifft jeden Ton. Start ist jeweils um 21 Uhr. Infos, Kartenvorverkauf und Regeln unter www.autokino-pf.de.


