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© Symbolbild: dpa
09.08.2017

Männer glauben, schlechten Sex zu haben - Frauen sind zufriedener

Natürlich weiß keiner, wie gut oder schlecht das Sexleben der Anderen ist. Und dennoch glaubt jeder vierte Mann, er komme in Sachen Sex weniger auf seine Kosten als der Durchschnitt. Dagegen stehen 20 Prozent, die von ihrem Liebesleben überzeugt sind. Sie sagen: Ich habe ein besseres Sexleben als die Anderen.

Das ist das Ergebnis einer aktuellen, repräsentativen Umfrage des Datingportals Secret.de, für die Ipsos 1.000 Deutsche zwischen 18 und 70 Jahren nach ihrer Einstellung befragt hat. Frauen blicken demnach deutlich selbstbewusster auf ihr Sexleben.

Wahrscheinlich ist es die Wahrnehmung in den Medien und der Werbung, die viele Männer dazu verleitet, zu glauben, ihr Sexleben sei eher unterdurchschnittlich. Was in der Welt der Pornographie zum Standard zählt, muss im Alltag noch lange nicht funktionieren. Und wer alles glaubt, was im Kumpelkreis geprahlt wird, dürfte wohl nie zufrieden sein. Insgesamt 27 Prozent der deutschen Männer sind jedenfalls der Meinung. Ja, mein Sexleben ist schlechter als das der Anderen! Jeder Zweite (54 Prozent) ist hinlänglich zufrieden und gibt an, immerhin Sex im Mittelmaß zu haben. Nur 20 Prozent der deutschen Männer schweben auf Wolke 7 und sind überzeugt, dass ihr Sexleben klar besser ist als das der Anderen.

Dabei wäre so viel Pessimismus und so wenig Optimismus bei den Männern gar nicht angebracht, denn Frauen sind deutlich optimistischer, wenn es darum geht, das eigene Sexleben zu bewerten. So schlecht können deren Männer also gar nicht sein. Oder liegen hier geschlechterspezifisch bedingte Wahrnehmungsunterschiede vor? Was heißt schon guter Sex für eine Frau und was bedeutet das für einen Mann? Was zählt der Kuschelfaktor im Vergleich zum Orgasmus? Wer den Umfragewerten auf den Grund gehen will, dürfte schnell erkennen, dass Sex für beide Geschlechter offenbar etwas Unterschiedliches ist.

So hebt jede vierte Frau (23 Prozent) mit dem Blick auf den eigenen Sex klar den Daumen und betont: Mein Sexleben ist besser als das der Anderen. Weitere 57 Prozent haben den Eindruck, dass sich die Qualität ihrer Erotik bei einem gesunden Mittelmaß einpendelt. Nur 19 Prozent winken ab und geben zu, dass das Leben zwischen den Bettpfosten eher zweitklassig abläuft. Im Grunde also sind die Frauen zufriedener als die Männer.

Sex ist aber auch eine Frage des Alters. Und damit ist nicht die körperliche Eignung und die Potenz gemeint, sondern die Erfahrung und persönliche Einstellung. Insgesamt glauben vor allem die Jüngeren, dass ihr Sexleben besser ist als das in deutschen Durchschnittshaushalten. So meint jeder Dritte (34 Prozent) zwischen 18 und 29 Jahren, dass er besser auf seine Kosten kommt als die Anderen. Zwischen 30 und 49 Jahren glauben das nur noch 19 Prozent. Und in der Generation 50+ sind es nur noch 16 Prozent, die ihrem Sexleben eine Eins mit Sternchen verpassen. Allerdings muss das nichts Schlechtes heißen, denn zwei Drittel (65 Prozent) in dieser Altersgruppe glauben, dass ihr Liebesleben nach wie vor im guten Durchschnitt liegt. Und die Älteren können das mit ihrer Erfahrung schließlich halbwegs realistisch bewerten.

Frauen

Männer

Gesamt

Habe ein besseres Sexleben

als der Durchschnitt

23 %

20 %

21 %

Habe ein durchschnittliches

Sexleben

57 %

54 %

55 %

Habe ein schlechteres Sexleben

als der Durchschnitt

19 %

27 %

23 %

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