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Mit dem Monolog „Die Bürgermeisterin von Lampedusa“ feierte Schweda 2017 große Erfolge.  Foto: Haymann 
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Die Pforzheimer Theaterwelt trauert um Heidrun Schweda.  Foto: Privat 

Spürbare Liebe zum Theater: Heidrun Schweda im Alter von 59 Jahren gestorben

Pforzheim. Sie ist dem Publikum des Theaters Pforzheim aus vielen Hauptrollen bekannt: ‚Iphigenie‘ aus „Iphigenie auf Tauris“, ‚Blanche‘ aus „Endstation Sehnsucht“, ‚Frosine‘ aus „Der Geizige“ oder ‚Martha‘ aus „Wer hat Angst vor Virginia Woolf“. Sie glänzte mit ihrer Rolle im Monolog „Die Bürgermeisterin von Lampedusa“, der 2017 im Podium uraufgeführt wurde. Am Dienstag ist die beliebte Schauspielerin Heidrun Schweda nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 59 Jahren gestorben.

Geboren wurde sie im Jahr 1960 im thüringischen Rudolstadt. Nach einem medizinischen Fachstudium als Krankenschwester begann sie 1982 ihr Schauspielstudium an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin. Nach Stationen in Dessau, Nordhausen und Zwickau kam sie Ende der 1990er-Jahre ans Theater Pforzheim.

Kultur

Die Fetzen fliegen – nur auf der Bühne - Schauspieler Heidrun Schweda und Jens Peter im Porträt

Frank Wilmes, damaliger Schauspielleiter am Hause, engagierte sie: „Heidrun begann ihre Arbeit 1997 am Theater Pforzheim mit der Rolle der Elfenkönigin Titania in Shakespeares ,Sommernachtstraum’: Publikum wie Kollegen überzeugte sie sofort mit ihrer Präsenz, ihrem Handwerk, ihrer Ausstrahlung. In allen Rollen, die sie seitdem verkörperte, war immer ihre Liebe zum Theater spürbar – und die Ernsthaftigkeit und Professionalität im Ringen um die Wahrhaftigkeit der dargestellten Figuren. In Erinnerung bleiben mir auch ihre menschliche Wärme, ihre Neugier und ihre Zugewandtheit.“

Nach Pforzheim kam Heidrun Schweda gemeinsam mit ihrem Mann Jens Peter. Die beiden hatten sich 1989 in ihren Rollen als Romeo und Julia auf der Bühne im Harzer Bergtheater Thale kennengelernt. 1992 haben sie geheiratet und standen danach in vielen Produktionen zusammen auf der Bühne. So auch Ende 2019, als das Paar bei einer Lesung im Schmuckmuseum an Alexander von Humboldt erinnerte.

Bis 2008 war Heidrun Schweda festes Ensemblemitglied am Theater Pforzheim und stand nicht nur in vielen Schauspielen in Hauptrollen auf der Bühne des Großen Hauses, sondern auch in musikalischen Produktionen, Lesungen und Sonderprogrammen. Danach war sie oft auch als Gast weiterhin auf der Bühne des Dreispartenhauses am Waisenhausplatz zu sehen. Ab dem Jahr 2009 war sie freischaffend tätig, vor allem auch als Stimm- und Sprechtrainerin. Zudem hatte sie ein großes Repertoire an Lesungen und eigenständigen Programmen. Wichtig war ihr besonders der Vers-Epos „Deutschland. Ein Wintermärchen“, den sie komplett auswendig im Kopf hatte. Auf ihren eigenen Wunsch erhält sie eine Seebestattung in der Ostsee.