Haus Schmie
In diesem Nebengebäude von „Haus Schmie“ hat sich die Tat abgespielt. Der Syrer und seine Familie sind seit rund einem Jahr hier untergebracht.

37-Jähriger schlägt auf Ehefrau ein und will Tochter aus dem Fenster werfen

Es müssen dramatische Szenen gewesen sein, die sich am Samstagmittag in einem Nebengebäude von "Haus Schmie" abgespielt haben. Im Obergeschoss des seit Jahren als Asylunterkunft genutzten Gebäudes am Ortsrand des gleichnamigen Maulbronner Stadtteils hat laut Polizei und Staatsanwaltschaft ein 37-jähriger Syrer versucht, seine 24-jährige Partnerin und die sieben Jahre alte Tochter aus dem Fenster der im Dachgeschoss gelegenen Wohnung zu werfen.

Der Tatverdächtige wurde am Sonntag auf Antrag der Staatsanwaltschaft Pforzheim der zuständigen Haftrichterin vorgeführt und kam daraufhin in Untersuchungshaft.

Mutter geht dazwischen

Nach den bisherigen Ermittlungen der Kriminalpolizei war es am Samstag gegen 11.45 Uhr zu heftigen Streitigkeiten unter den Eheleuten gekommen – dann eskalierte die Situation vollends: So habe der 37-Jährige laut der Pressemeldung zunächst auf seine Ehefrau eingeschlagen und schließlich versucht, sie aus dem Fenster zu drücken. Als sich die siebenjährige Tochter einmischte, habe er das Kind hochgehoben und ebenfalls versucht, das Mädchen aus dem Dachfenster des zweistöckigen Hauses zu werfen.

Allerdings ging den Ermittlern zufolge die Mutter des Kindes dazwischen und konnte durch ihr beherztes Eingreifen schließlich Schlimmeres verhindern.

Die alarmierten Polizeibeamten des Reviers Mühlacker konnten den „sehr aggressiv gestimmten wie auch uneinsichtigen Mann“, der mit seiner Familie seit rund einem Jahr in der Asylunterkunft wohnt, vorläufig festnehmen, heißt es in einer Pressemitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft. Während der Festnahme bedrohte und beleidigte er darüber hinaus die Beamten. Derzeit dauern die weiteren Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und des Kriminalkommissariats Pforzheim wegen des Verdachts eines versuchten zweifachen Tötungsdeliktes noch an.

Weitere Taten:

Die Auseinandersetzung in Schmie weckt Erinnerungen an noch gravierendere Vorfälle. Im März 2018 hatte ein syrischer Flüchtling seine getrennt von ihm lebende Ehefrau vor den Augen der gemeinsamen Kinder erstochen – wenige Wochen später hatte ein Afghane in Heimsheim auf seine Ex-Frau eingestochen und diese schwer verletzt. Beide Männer wurden inzwischen zu langen Haftstrafen verurteilt.