Gute Fenster sind ein Beitrag zum Klimaschutz. Meike Militz und Cornelia Tausch (beide Verbraucherzentrale Baden-Württemberg) lassen sich hier von ebz-Geschäftsführer Christian Schneider (von links) die Vorzüge eines gedämmten Fensters erklären. Das Energieberatungszentrum unterstützt Bauwillige. Die Ausstellung soll nun mit dem neuen Konzept verändert werden. Seibel, PZ-Archiv
Pforzheim
Auf dem Weg zur Klimaschutzagentur: Stadt entwickelt das Zentrum für Energieberatung weiter

Pforzheim.Gleich zweimal steht das Thema Klima auf dem Sitzungs-Programm des Planungsausschusses am 14. Juli: Zum einen soll ein Grundsatzbeschluss fallen, dass das Energieberatungszentrum (ebz) im Brötzinger Tal zur Klimaschutzagentur wird, zum anderen will sich die Stadt am Klimaschutzpakt des Landes beteiligen. Dort winken Fördergelder für die Klimaagentur, die nur die Kommune beantragen könne.

Die Stadtwerke  Pforzheim (SWP) und die Kreishandwerkerschaft hatten das ebz im Jahr 2003 gegründet, 2015 stieg der Enzkreis mit 26 Prozent Gesellschaftsanteil ein. Die SWP geben nun ihre Gesellschaftsanteile zum Dezember ab. Die Stadt will diese „wichtige zukunftsweisende Anlauf- und Koordinierungsstelle in Sachen Energie und Klima“ erhalten und will deshalb, analog zum Enzkreis, einen Gesellschaftsanteil von 47,5 Prozent zu 15.000 Euro  erwerben. Die Kreishandwerkerschaft reduziert ihren Anteil auf fünf Prozent (6.000 Euro).  

ebz soll "smart home" zeigen

Die Ausstellung des ebz, die sich in den Räumlichkeiten der SWP am Mühlkanal befindet, soll verkleinert werden und künftig das Thema „smart home“ thematisieren. Die SWP, die Kreishandwerkerschaft und die Innungen bearbeiten dieses Thema gemeinsam, heißt es in der Vorlage.

Die Stadt will das ebz ab 2021 mit 100.000 Euro bezuschussen, wobei das Land Baden-Württemberg Fördergelder in Höhe von 50 000 Euro geben will. Dazu muss die Stadt aber dem Pakt zum Klimaschutz beitreten. Die SWP wollen ihren Gesellschaftsanteil aufgeben und werden Sponsor (12 500 Euro jährlich), die EnBW wird ebenfalls weiterhin im selben Modus agieren. Die Stadt Mühlacker möchte, wie einige weitere Enzkreis-Gemeinden auch, neuer Sponsor mit zehn Cent pro Einwohner werden.

Weitere Fördermittel für Beitritt  zum Klimaschutz-Pakt

Parallel sollen nun im Kreistag des Enzkreises und dem Pforzheimer Gemeinderat Grundsatzbeschlüsse vor der Sommerpause zur Entwicklung der Klimaagentur für das örtliche Handwerk getroffen werden. Diese Zeit wird für den weiteren Abstimmungsprozess genutzt, wenn die Grundsatzbeschlüsse gefasst sind. Wenn die Stadt und der Landkreis dem Klimaschutz-Pakt beitreten und in den Folgejahren dem Leitstern Energieeffizienz, winken noch weitere Fördergelder: für Energieberatung und Coaching-Projekte, für Beratung zur besseren Klimaschutz-Kommunikation, für Klimaschutzprojekte an Schulen, Kindergärten und Kindertagesstätten, für Schulgebäudesanierung, regionale Photovoltaik-Netzwerke sowie für die Unterstützung des Klimaschutzpakts. Dafür hat das Land in den Jahren 2018 und 2019 rund 13 Millionen Euro bereitgestellt.

Für das ebz stehen für zwei Jahre je 100.000 Euro Fördergelder für die Jahre 2020 und 2021 im Raum, da sich sowohl Stadt- als auch Landkreis um Fördermittel bewerben können. Um die verbesserten Förderquoten zu erhalten, sei die Zusage bei der Unterzeichnung des Pakts zwingend, dass die Stadtverwaltung bis 2040 weitgehend klimaneutral werde, heißt es.