Pforzheim. Die Rettung des Emma-Jaeger-Bads und des Bades in Huchenfeld würden sich auf das Theater und den Sozialsektor auswirken – diese Prognose hat der Erste Bürgermeister und designierte Finanzbürgermeister Dirk Büscher am Dienstagabend im Finanzausschuss abgegeben. Dafür erntet er nun Kritik.
„Ich halte wenig davon, verschiedene Bereiche – wie Kultur und Bäder – gegeneinander auszuspielen“, reagierte am Mittwoch Oberbürgermeister Peter Boch. Das Theater Pforzheim habe in der Vergangenheit – wie alle städtischen Ämter und Eigenbetriebe auch – seinen Beitrag zur Haushaltskonsolidierung geleistet und werde dies auch in Zukunft tun. „Für mich ist dabei aber eines klar: Das Dreisparten-Theater steht nicht zur Disposition. Pforzheim als Oberzentrum in der Region Nordschwarzwald braucht eine solche Einrichtung, sie ist aus dem kulturellen Leben von Stadt und Region nicht wegzudenken“, so Boch, in dessen Dezernat I das Theater angesiedelt ist.
Auch die scheidende Sozialbürgermeisterin Monika Müller ist wenig begeistert: Der Finanzierungsvorschlag könne die Schlussfolgerung nahelegen, eine gesunde und lebenswerte Stadt brauche Soziales, Theater und Bäder nicht zwingend, sondern könne auf diese als rein freiwillige Leistungen in größeren Teilen verzichten und diese miteinander verrechnen. Sie könne sich auch nicht vorstellen, dass der Gemeinderat dem folgen werde, da er alle freiwilligen Leistungen im Sozialen bereits weitgehend gekürzt habe und Kultur ebenfalls stark reduziert worden sei. „Gerade im Sozialbereich sind die meisten Leistungen eben nicht ‚freiwillig‘, sondern durch Gesetze vorgeschrieben, größere Kürzungen wären nur noch durch Schließung aller Familienzentren, der Tafelläden, Abschaffung der Schulsozialarbeit und des Pforzheim-Passes sowie deutliche Erhöhung von Gebühren im Bereich Kinderbetreuung möglich. Und selbst damit würde die erforderliche Summe nicht erreicht“, betont sie.
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Bäderkonzept: Rettungsring fürs Emma-Jaeger-Bad?

