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An der Seite der Betroffenen: das Leitungsteam Andrea Vollmar und Selene Genovese (von links).  Foto: Privat
An der Seite der Betroffenen: das Leitungsteam Andrea Vollmar und Selene Genovese (von links). Foto: Privat
12.09.2017

Das Kriseninterventionsteam des Deutschen Roten Kreuzes betreut Menschen in Ausnahmesituationen

Pforzheim. Wenn ein Angehöriger ganz plötzlich stirbt und nicht wiederbelebt werden konnte, wenn Rettungskräfte einen schlimmen Einsatz nur schwer verarbeiten können, oder wenn das Haus brennt und die Flammen wertvolle Gegenstände und Erinnerungen für immer zerstören – das sind drei Beispiele, bei denen das Kriseninterventionsteam (KIT) des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Aktion tritt.

„Diese Gruppe arbeitet ausschließlich ehrenamtlich und ist sehr wertvoll für uns und die Bevölkerung“, sagt DRK-Kreisgeschäftsführer Stefan Adam. Der jüngste Einsatz, den zahlreiche Menschen miterlebt haben, war der Beziehungsstreit mit tödlichem Ende in einem Kindergarten am Pfozheimer Schloßberg. Auch beim Amok-Alarm an einer Schule in Steinegg vor einigen Wochen war das KIT vor Ort. „Im Schnitt werden wir rund 150-mal pro Jahr angefordert“, sagt Andrea Vollmar. Sie leitet die Gruppe nach dem Ausscheiden von Gudrun Augenstein mit Selene Genovese. Vollmar engagiert sich schon seit 17 Jahren beim KIT und ist zudem als „Helfer vor Ort“ in Neulingen-Nußbaum aktiv. Genovese ist psychologische Beraterin und hat mehrere Fachausbildungen.

Die zwölf Mitarbeiter des KIT kommen stets zu zweit und erleben häufig schwere Schicksale. Sie hören sich die Sorgen der Betroffenen an, bieten Hilfe für den Augenblick– zum Beispiel Kleider aus dem DRK-Kleiderladen – oder organisieren die Betreuung der Angehörigen. Besonders betroffen sind Kinder, wenn sie die Aufregung der Eltern bei einem Schicksalsschlag nicht nachvollziehen können.

Auch wenn ein Reanimationsversuch erfolglos bleibt, verständigt die Integrierte Leitstelle das Kriseninterventionsteam, um den Verwandten die Situation begreiflich zu machen. „Wir begleiten die Betroffenen auf Wunsch auch bis zur Beerdigung oder zeigen alternative Möglichkeiten zum Abschiednehmen auf – sei es für Schulklassen, wenn ein Mitschüler oder ein Lehrer verstorben ist, oder für Menschen, deren Freund im Ausland beerdigt werden soll“, sagt Genovese.

Das KIT ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Psychosoziale Notfallversorgung (PG PSNV), der die beteiligten Organisationen betreut und sich um die Supervision der Mitarbeiter kümmert.

Gaylord
12.09.2017
Das Kriseninterventionsteam des Deutschen Roten Kreuzes betreut Menschen in Ausnahmesituationen

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