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Dass die Polizei bei der Demonstration auf dem Wartberg am Abend des 23. Februars Schlagstöcke und Tränengas eingesetzt hat, hat diese mittlerweile eingeräumt. Die Frage bleibt: Warum kam es so weit?  Foto: Meyer 

Demo am Wartberg: Polizei gesteht Einsatz von Schlagstöcken

Pforzheim. Aufgeheizte Stimmung, drohende Eskalation, wie von Augenzeugen empfunden? Davon ist in der Pressemitteilung der Polizei am Sonntag kurz vor Mitternacht keine Rede. Das Präsidium zieht „eine insgesamt positive Bilanz“ und spricht von einem „friedlichen Verlauf der Veranstaltungen“. Lediglich beim Aufzug gegen die „Mahnwache“ sei es neben Feuerwerkskörpern zu Provokationen gegen die Polizeikräfte gekommen.

Andreas Stäble, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Pforzheim, verweist auf die Festnahme von vier Personen, die das Vermummungsverbot missachtet haben. Daneben gab es eine Anzeige wegen Beleidigung und unzählige gegen Unbekannt wegen Pyrotechnik.

Den Einsatz von Schlagstöcken, als Demonstranten auf die Polizisten zurannten, um zum Wartberg-Plateau vorzudringen, streitet Stäble tags darauf auf erneutes Nachfragen nicht mehr ab. Neben dem Pfefferspray sei das „ein normales polizeiliches Einsatzmittel“. Bei einem Abstand zu den Demonstranten von wenigen Metern bleibe auch keine Zeit, den Einsatz erst anzukündigen.

Verletzte Demonstranten wurden dem Pressesprecher jedoch nicht gemeldet. Er weiß nur von drei verletzten Beamten. Die „Demosanitäter“ listen derweil online 17 versorgte Personen auf, davon 15 aufgrund von Tränengas. Dass auch jemand aufgrund von Verletzungen durch einen Schlagstock ins Krankenhaus gebracht werden musste, dementiert Stäble.

Mehr über die Bilanz zum Polizeieinsatz lesen Sie am Dienstag, 25. Februar,. in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news.

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Anke Baumgärtel

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